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	<title>Archibald schaut Welt &#187; Anregende Buchstaben</title>
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	<description>Vom Bären vom Brandplatz</description>
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		<title>Und was k&#246;nnte besser sein? B&#228;ren schlafen, Hasen h&#252;pfen an so’nem Abend in Frieden / 4</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2021/01/19/und-was-koennte-besser-sein-baeren-schlafen-hasen-huepfen-an-sonem-abend-in-frieden-4/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 04:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Jetzt ist 2021]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Schlaf des B&#228;ren war ein unruhiger. Wie soll es auch anders sein, wenn einem die ganze Winternacht ein Hase mit Brettern an den F&#252;&#223;en um die Ohren fliegt und also tr&#228;umte der B&#228;r, wie leichter und leichter er wurde, schlie&#223;lich abhob und was er dann sah. Und sprach so vor sich hin, das Folgende.
„Als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-11604" title="traum1" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2021/01/traum1.jpg" alt="traum1" width="515" height="282" /></p>
<p>Der Schlaf des B&#228;ren war ein unruhiger. Wie soll es auch anders sein, wenn einem die ganze Winternacht ein Hase mit Brettern an den F&#252;&#223;en um die Ohren fliegt und also tr&#228;umte der B&#228;r, wie leichter und leichter er wurde, schlie&#223;lich abhob und was er dann sah. Und sprach so vor sich hin, das Folgende.</p>
<p><em>„Als ich ein Kind war, konnte ich fliegen. Ich hatte es nie gelernt, ich konnte es, soweit mein Erinnern reicht, und davor, das wei&#223; ich genau, war ich eine Schwalbe gewesen: Ich wei&#223; es, weil ich, wiewohl mein Fliegenk&#246;nnen noch immer durch die sich st&#252;tzend auf das Treppengel&#228;nder gepre&#223;te und dessen Rundung umklammernde Rechte an die Regeln des niederziehenden Raumes gebunden schien, doch stets das vollkommen sichere Gef&#252;hl hatte, nur wollen zu m&#252;ssen, um, frei wie eben eine der Schwalben,  in die golddurchwallte Violettluft des glast&#252;rbegrenzten Treppenhauses aufzuschnellen und durch die kleine Fensterluke oben rechts zu enteilen, wenn ich, aus der Schule heimgekehrt, mich mittags von der f&#252;nften Stufe von unten abstie&#223;.</em></p>
<p><em>Fliegen war ebenso herrlich, wie es m&#252;helos war, und es war lange Zeit nicht zu verstehen, da&#223; die Erwachsenen es nicht aus eigener Kraft vermochten, sondern dazu tote Apparate mit metallenen Fl&#252;geln und Schrauben oder gar kilometerlange zigarrenhafte Gebilde brauchen mu&#223;ten. Und dabei war es wirklich ganz einfach: Mit der rechten Hand das Gel&#228;nder im Treppenhaus zwischen dem ersten und zweiten Stock umfa&#223;t und von der f&#252;nften Stufe von unten, sich herzhaft absto&#223;end, k&#252;hn mitgestrecktem R&#252;cken in die friedsam ruhende Luft aufgefahren und lange Stunden so auf ihrem Zenit verharrt, Stunden um Stunden, w&#228;hrend drunten Farnsteppen sich zogen oder Indianerpr&#228;rien mit Wigwams und Marterpf&#228;hlen und rasend stampfenden B&#252;ffelherden, oder walnu&#223;gr&#252;ne, von kreischenden Affen und Papageien durchtanzte W&#228;lder, oder das milchige Eis der schwimmenden Gletscher, dar&#252;ber wei&#223;e B&#228;ren mit blutigem Maul trotteten, oder auch Ninive. Wenn Ninive unter mir auftauchte, erschien auch sofort der schlangenh&#228;utige Flu&#223; Nil!</em></p>
<p><em>…und hinter dem Nil habe ich auch manchmal Kanaan, das gelobte Land Abrahams mit seinen h&#246;ckerschlenkernden Kamelen und schwereutrigen K&#252;hen, die seltsam &#252;bereinandergeh&#228;uft um die klaffenden Zisternen gelagert waren, erblickt, allein das REICH, das Reich gleich hinter den drei geschwungenen Bergen, das Reich, von dem, wie alle Einwohner unseres Grenzdorfes, mein Vater und manchmal sogar meine fromme Mutter mit Prophetenmiene sprachen, das geheimnisvolle, phantastische Reich, das ich begehrte wie ein neues, noch nie geschautes Spielzeug, das einmal kommen und mich &#252;berw&#228;ltigen w&#252;rde: das REICH habe ich nie zu schauen vermocht.“</em></p>
<p>Kurz wachte er auf. Was waren dies f&#252;r Worte? Und so viele. Geheimnisvoll. Doch sie kamen ihm so bekannt vor, die alten, wohlgesetzten, sprachm&#228;chtigen Worte. Dann schlief er wieder ein, der Archibald Mahler. Vielleicht hob er auch gleich wieder ab. Lassen wir ihn solange in Ruhe.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank   / 031</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2020/10/22/kleben-bilder-gedanken-schrank-031/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 16:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Klebebilder]]></category>

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		<description><![CDATA[
….
Von der vergessenen Erinnerung oder gescheiter: Kryptomnesie
(frei nach Douwe Draaisma)
…..
Da bin ich. Wieder. Ich blicke auf ein Geb&#228;ude. Das ist ein Bahnhof. Seltsam. Als ich &#252;ber die Lahn blickte gestern noch, sah ich keinen Bahnhof am Ufer gegen&#252;ber. Zumindest erinnere ich mich nicht daran. Aber hier bin ich nun. Immer noch. Und wieder. Auch. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-11293" title="G_Schrank_052" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2020/10/G_Schrank_052.jpg" alt="G_Schrank_052" width="515" height="301" /></strong></p>
<p style="text-align: center"><strong>….</strong></p>
<p style="text-align: center"><strong>Von der vergessenen Erinnerung oder gescheiter: Kryptomnesie</strong></p>
<p style="text-align: center"><strong>(frei nach Douwe Draaisma)</strong></p>
<p style="text-align: center"><strong>…..</strong></p>
<p>Da bin ich. Wieder. Ich blicke auf ein Geb&#228;ude. Das ist ein Bahnhof. Seltsam. Als ich &#252;ber die Lahn blickte gestern noch, sah ich keinen Bahnhof am Ufer gegen&#252;ber. Zumindest erinnere ich mich nicht daran. Aber hier bin ich nun. Immer noch. Und wieder. Auch. Das fadenscheinige Boot fuhr los. Mit mir als Passagier. Hatte ich einen Begleiter? Diese Ber&#252;hrung an meiner Schulter? Ach ja &#252;brigens, eine Hymne gab es nicht. Ich fuhr einfach los. Aber warum nun dieser Bahnhof? Ich fange an zu singen. Ein sch&#246;nes Lied. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-BkPm8JIJJQ" target="_blank"><strong>Aber umsonst ist alle Liebe.</strong></a> Ich kann mich nicht erinnern, da&#223; ich hier schon war, hier an diesem Bahnhof, den ich kenne. Wieder. Er! Ich werde m&#252;de. Nicht nur weil der Winterschlaf an die Pforten meiner Wahrnehmung klopft, aber auch weil es heute pl&#246;tzlich wieder sehr warm geworden war. Vorgestern eine frostige Nacht und heute? Aha! Deshalb schreit mein ehemals abbes Bein so laut auf. Werde ich nun ein alter wetterf&#252;hliger B&#228;r? Weia! Ich blicke in den Himmel hoch. Antennen! Altvordere! K&#246;nnen die noch empfangen? Ein Gestern? Ich wei&#223; es nicht! Ich mu&#223; nach Hause telefonieren und strecke die Pfote in den warmen Wind. Dann h&#246;re ich eine mir bekannte Stimme. Als l&#228;se sie mir vor. Was sie kann. Denn das ist ihr Beruf. Also der Beruf dieser Stimme ist die Benutzung ihrer Stimme. Stimmt das so? Egal! Ich h&#246;re jetzt zu:</p>
<p style="text-align: center"><strong>…..</strong></p>
<p><em>„In REISE UM DEN MOND von Jules Verne, erschienen im Jahr 1870, lassen sich drei Herren in einer Kapsel zum Mond schie&#223;en. Sie werden von der gr&#246;&#223;ten Kanone abgefeuert, die jemals gebaut wurde. Es ist nicht ungem&#252;tlich an Bord: Es gibt Diwane, Gaslicht verbreitet sich &#252;ber die gepolsterten W&#228;nde, der Branntweinvorrat reicht f&#252;r Monate. Auch zwei Jagdhunde reisen mit, vielleicht k&#246;nnen sie ihnen auf dem Mond noch n&#252;tzlich sein. Leider hat sich Trabant, einer der Hunde, beim Abschuss schmerzhaft den Kopf gesto&#223;en, er ist seither ein wenig schlapp. Am n&#228;chsten Morgen liegt er tot auf dem Boden. Traurig. Aber was sollen sie mit dem Kadaver machen? Man kann nicht einfach so ein Bullauge &#246;ffnen, um den Hund von Bord zu schaffen: Aus der Kapsel darf keine Luft entweichen. Und drinnen behalten k&#246;nnen sie ihn auch nicht. Sie beschlie&#223;en, das Risiko doch einzugehen: Zwei der Herren halten ganz kurz eine Luke im Boden auf, und der dritte l&#228;sst den Hund in sein unermessliches Seemannsgrab fallen.</em></p>
<p><em>Mit dem, was danach geschieht, hat niemand gerechnet. Ein paar Tage sp&#228;ter schaut einer der M&#228;nner aus dem Fenster und sieht zu seinem Schrecken den Hund. Sie hatten vergessen, da&#223; alles, was man im Weltraum &#252;ber Bord wirft, einfach immer weiter mit herumkreist. Zu den unpassendsten Momenten schwebt der tote Hund am Bullauge vorbei.</em></p>
<p><em>So wie dieser Hund sind auch manche Menschen.</em></p>
<p><em>Man wirft sie aus seinem Leben. Man hofft sie nie wieder zu sehen. Man will nichts mehr mit ihnen zu tun haben, und dennoch tauchen sie immer wieder im eigenen Leben auf, sie wollen nie wirklich verschwinden.“</em></p>
<p style="text-align: center"><strong>…..</strong></p>
<p>Das <a href="https://www.perlentaucher.de/buch/douwe-draaisma/das-buch-des-vergessens.html" target="_blank"><strong>Buch kenne ich</strong></a> doch. Das lag doch immer neben dem Bett. Sind Sie es?</p>
<p style="text-align: center"><strong>…..</strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-11292" title="G_Schrank_053" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2020/10/G_Schrank_053.jpg" alt="G_Schrank_053" width="515" height="240" /><br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Vierzehn.</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2018 16:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

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		<description><![CDATA[
„Indem ich Ihnen Nein sage, sage ich Ja zu mir!“
Es f&#228;hrt ein Zug ins Irgendwo. Und: Es gibt keine Ablichtungen der zwei Reisenden heute. Dies hat nichts mit pl&#246;tzlich aufgetauchter Kamerascheu der Beiden zu tun. Wir wissen schlichtweg nicht, wo sich die zwei Reisenden momentan befinden. Nachfragen bei Einheimischen bez&#252;glich des gegenw&#228;rtigen Aufenthaltsort der zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><em><strong><img class="alignnone size-full wp-image-10124" title="2018_27" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/04/2018_27.jpg" alt="2018_27" width="515" height="243" /></strong></em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>„Indem ich Ihnen Nein sage, sage ich Ja zu mir!“</strong></em></p>
<p>Es f&#228;hrt ein Zug ins Irgendwo. Und: Es gibt keine Ablichtungen der zwei Reisenden heute. Dies hat nichts mit pl&#246;tzlich aufgetauchter Kamerascheu der Beiden zu tun. Wir wissen schlichtweg nicht, wo sich die zwei Reisenden momentan befinden. Nachfragen bei Einheimischen bez&#252;glich des gegenw&#228;rtigen Aufenthaltsort der zwei Reisenden hatten ergeben, da&#223; die Gef&#228;hrten nach Erklettern der Plattform eines der Inselbahnwaggons offensichtlich in einen heftigen Streit geraten waren. Einer der zwei Reisenden, vermutlich der B&#228;r namens Mahler, stand der Sinn nach Bleiben, Budnikowski, wie wir den Hasen hei&#223;en, zog und zerrte Richtung eines Aufbruchs, wobei dieses auch nicht einfach so hier stehenbleiben kann in behaupteter Eindeutigkeit, ist Herr Mahler doch vom Gl&#252;cke beseelt endlich die Bahn gefunden zu haben und eben deren Geleise f&#252;hren geradewegs zum Hafenbahnhof der Insel und dort am Kai wartet das Postschiff auf ein Signal zur Abfahrt Richtung Festland, ein Signal vom Hasen namens Budnikowski herbeigesehnt wie ein n&#228;chstes Osterfest ohne Frost auf den Eiern, auch wenn dieser Vergleich hinkt wie er selbst, unser  Hase, welcher beim gehetzten Sprung auf die Plattform des hintersten, also letzten, bei der R&#252;ckfahrt jedoch ersten, Inselbahnwaggon sich das Knie verdrehte hatte und deshalb vor dem Inselhafen lieber den Inselarzt zu Gesicht bekommen h&#228;tte, damit dieser die einem Hasenherz innewohnenden Zweifel und &#196;ngste hinsichtlich langwieriger Verletzungsauswirkungen zerstreuen m&#246;ge, was wiederum den B&#228;ren aber in eine f&#252;r diesen eher untypische Wei&#223;glut versetzte und so dem Hasen ein entnervendes Hin und Her vorwarf, ihn gar der Herumlaviererei zieh, nicht gerade von systematischer Machart, aber doch von chronischer Natur, was der Hase mit einem zornesroten „Und das aus Ihrem den Zweifel huldigenden Mund, Sie Heuchler!“ konterte. In der Folge flogen, wie vereinzelte Augen – und Ohrenzeugen es vermeldeten, zwischen den zwei Reisenden doch recht scharfe Pfeile der Entr&#252;stung und gegenseitigen Beschuldigung hin und her. Auffallend bei der Wortwahl war, da&#223; einiges aus B&#252;chern und Artikeln zitiert schien, aus jenen Schriften eben, die man in den letzten Tagen und Wochen noch in trauter Austauschstimmung belesen, teils gar verschlungen hatte. Ein kenntnisreicher Beobachter w&#228;hnte sich in einem Musentempel in jene Tage kurz vor oder nach der Premiere versetzt, wenn – La&#223; die H&#228;nde des Auditorium schweigen, la&#223; sie rasen! – aus entt&#228;uschten Erwartungen Messer wachsen und sich mit den fiesen S&#228;beln der Gottergebenen und Zyniker funkenschlagende Duelle liefern. Also zitieren wir im folgenden frei nach nicht eindeutig verifizierbaren Berichten der einheimischen Lauscher und Sp&#228;her, &#252;bernehmen aber keine Garantie f&#252;r eine korrekte Zuordnung der Zitate. Welcher der zwei Reisenden dem anderen Reisenden was an den entflammten Kopf warf entzieht sich unserer Kenntnis und offen gesagt ist uns dies auch in Zeiten genereller Geschw&#228;tzigkeit nicht wichtig.</p>
<p>„Wenn man seine Wurzeln nicht losl&#228;&#223;t, kommt man nie vom Fleck!“</p>
<p>„Haltloses Geseier! So versaubeutelt man lediglich seine eh schon verheerende Co2 – Bilanz! Bleibe zu Hause und wehre Dich redlich!“</p>
<p>„Ja, die liebe ich ganz besonders, die da auf ihren H&#252;geln sitzen und geifernd in Ebenen glotzen, wo die Schlachten geschlagen werden, den vom Sitzen wunden Arsch in ihren, die Welt drau&#223;en nicht einen Cent interessierenden, Anekd&#246;tchen und Fotoalben badend!“</p>
<p>„Spiegelfechter! Was Sie t&#228;glich an Geistesverm&#246;gen aus dem Fenster in Ihrem Kopf auf die Welt werfen, verm&#252;llt mir das letzte St&#252;ck verbliebenen Seelenfriedensstrandabschnitt, mein Herr!“</p>
<p>„Hah! Andere im Gegenzug &#246;ffnen das Fenster lediglich um ihre verschnarchte Nachtluft in den &#196;ther zu furzen! Lie&#223;e ich mein Kopffenster geschlossen, die wenig sp&#228;ter erfolgende Detonation, Sie m&#246;gen dies nicht erleben auf Ihrem ewigen Sofa!“</p>
<p>„Ich bin kurz davor Sie zu bezichtigen an der Stelle Ihres Herzens scheppert ein M&#252;lleimer!“</p>
<p>„Selbst wenn dies der Wahrheit entspr&#228;che, sie werden mich niemals Chips kauend am Ufer eines Eilands sitzen sehen!“</p>
<p>„Ihre Heimatverleugnung schreit zum Himmel! Beklagen Sie sich nicht &#252;ber Nachtfr&#246;ste und Eiszapfen an Ihrer Nase, Sie fliegender Holl&#228;nder!“</p>
<p>„Ihr Heimatgefurze ist nichts anders als tiefsitzende Lieblosigkeit gegen&#252;ber der Welt, ein billiges Tattoo, ein Etikett auf einer Flasche Weisheitstropfen aus dem Schw&#228;tzerdiscount!!“</p>
<p><a href="https://thomasbernhard.at/index.php?id=279" target="_blank"><strong>„Indem ich Ihnen NEIN sage, sage ich JA zu mir!“</strong></a></p>
<p>Die Reste des uns &#252;bergebenen Protokolls, um genau zu sein die &#220;berreste eines Ged&#228;chtnisprotokolls, weisen zu gro&#223;e L&#252;cken, Rechtschreibfehler, Kritzeleien, verschmierte Korrekturen und dergleichen mehr auf, da&#223; wir dies hier nicht &#246;ffentlich machen wollen, wobei uns nicht vollkommen klar ist, ob der Protokollant sich gro&#223;e Teile des oben Ver&#246;ffentlichen nicht aus seinen offenbar belesenen, von Druckerschw&#228;rze starrenden Fingern gezogen hat und wem die Lekt&#252;re des Obigen n&#252;tzen mag au&#223;er dem gefalls&#252;chtigen Ego des anonymen Protokollanten – war es die Hafenpolizei, ein zuf&#228;llig Vorbeiradelnder, ein omin&#246;ser DRITTER Reisender, eine Drohne oder ein Lachm&#246;we? &#8211; es sei dahingestellt. Gewi&#223; ist, man beschlo&#223; die zwei Reisenden in getrennten Postboxen von der Insel reisen zu lassen.</p>
<p>M&#246;gen die G&#246;tter der Reisenden  ihre Fl&#252;gel und unz&#228;hligen Arme sch&#252;tzend &#252;ber die zwei Gef&#228;hrten halten! Von ihren neuen Zielen ist uns jedoch nichts bekannt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10125" title="2018_28" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/04/2018_28.jpg" alt="2018_28" width="515" height="275" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Elf.</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2018/03/30/anleihen-ansinnen-anleidtungen-zehn/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2018 18:23:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

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		<description><![CDATA[
„Wei&#223; des Tages. Schwarz der Nacht. Wei&#223; des Tages.“
„Herr Mahler!“
„Ja?“
„Das Meer lag in der tiefen Nacht in einem schweren ruhigen Atem, in einer Stille wie vor der Geburt, w&#228;hrend das herausgesto&#223;ene, abbrechende Todesatmen eines Menschen den Tag erwartete, das Licht weit hinter dem Meer, das wie ein jahrtausendealter Stein unter den Sternen schlief.“
„So beginnt das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><strong><em><img class="alignnone size-full wp-image-10098" title="2018_21" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_21.jpg" alt="2018_21" width="515" height="202" /></em></strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em>„Wei&#223; des Tages. Schwarz der Nacht. Wei&#223; des Tages.“</em></strong></p>
<p>„Herr Mahler!“</p>
<p>„Ja?“</p>
<p><em>„Das Meer lag in der tiefen Nacht in einem schweren ruhigen Atem, in einer Stille wie vor der Geburt, w&#228;hrend das herausgesto&#223;ene, abbrechende Todesatmen eines Menschen den Tag erwartete, das Licht weit hinter dem Meer, das wie ein jahrtausendealter Stein unter den Sternen schlief.“</em></p>
<p>„So beginnt das Buch, lieber Budnikowski!“</p>
<p>Zeit, die es nicht gibt, kann man leicht vergessen. Quatsch. Wie soll man vergessen, was es gar nicht gibt? Und wie soll das &#252;berhaupt gehen: die Zeit vergessen? Erinnerung existiert und Morgen nicht. Jetzt hier und jetzt ist schon wieder vorbei, findet statt und segnet das Zeitliche innert Nichtzeit. Das hei&#223;t das Jetzt ist vom Zeitlichen befreit. Davor und danach wird Zeit nicht ben&#246;tigt und jetzt gibt es sie nicht. Existiert Zeit also nur, wenn man an sie denkt? Und warum denken dann die meisten, sie h&#228;tten keine Zeit? Weil sie nicht denken? Dies erschien den zwei Reisenden durchaus logisch. Zumindest hier, angesichts der See, dachten sie, wie sie &#252;berhaupt viel dachten mit unverstelltem Blick auf die verehrte See, die heute so ruhig an Land schwappte und sich unmerklich zur&#252;ckzog, freundlich zur&#252;ckkehrte und und. Und es war wieder dunkel, und wieder hell, man sa&#223; wieder (oder noch) am Strand und noch mal nannte man ein Jetzt „achtuhrf&#252;nfunddreissig“, doch was war mit der Inselbahn? Kein Tuten, Pfeifen, Rattern. Warum? Auf der Insel schreibt die See die Fahrpl&#228;ne. Also blieben die Reisenden erstmal sitzen.</p>
<p>„Herr Budnikowski!“</p>
<p>„Ja?“</p>
<p><em>„Das Meer lag in der tiefen Nacht in einem schweren ruhigen Atem, in einer Stille wie vor der Geburt, w&#228;hrend das herausgesto&#223;ene, abbrechende Todesatmen eines Menschen den Tag erwartete, das Licht weit hinter dem Meer, das wie ein jahrtausendealter Stein unter den Sternen schlief.“</em></p>
<p>„So <a href="http://literaturkritik.de/id/8255" target="_blank"><strong>endet</strong></a> das Buch, lieber Mahler!“</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10099" title="2018_22" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_22.jpg" alt="2018_22" width="515" height="248" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Neun.</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2018/03/25/anleihen-ansinnen-anleidtungen-neun/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2018 15:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/?p=10081</guid>
		<description><![CDATA[
Kurz und gut die Geschichte erz&#228;hlen, die kein Ende findet
Es war eine lange Nacht geworden, drau&#223;en war der Wind eingeschlafen, hatte sich zur Ruhe gelegt, keine Ruhe gefunden, sich hin und her gew&#228;lzt, konnte sich nicht entscheiden, auf welcher Seite er die Ruhe finden k&#246;nnte, bis er, als der Morgen graute, sich auf West drehte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><em><strong><img class="alignnone size-full wp-image-10082" title="2018_18" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_18.jpg" alt="2018_18" width="515" height="243" /></strong></em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>Kurz und gut die Geschichte erz&#228;hlen, die kein Ende findet</strong></em></p>
<p>Es war eine lange Nacht geworden, drau&#223;en war der Wind eingeschlafen, hatte sich zur Ruhe gelegt, keine Ruhe gefunden, sich hin und her gew&#228;lzt, konnte sich nicht entscheiden, auf welcher Seite er die Ruhe finden k&#246;nnte, bis er, als der Morgen graute, sich auf West drehte, sanft wurde, fast milde und so dem Lenz die T&#252;re aufhielt, zumindest einen Spalt breit.</p>
<p>Die zwei Reisenden hatten kein Auge zugetan. Das Buch hatte sie in Beschlag genommen und so sprangen sie die ganze Nacht zwischen den Geschichten umher, in <a href="https://www.perlentaucher.de/buch/dieter-forte/auf-der-anderen-seite-der-welt.html" target="_blank"><strong>jenem Buch</strong></a> das eine Geschichte nach der anderen anri&#223;, in die Luft warf, tanzen lie&#223; und kein Ende finden wollte und sie wurden nicht m&#252;de zwischen diesen fremd nichtfremden Worten und sie warfen sie sich zu wie altvertraute B&#228;lle.</p>
<p>Mal der eine, &#252;ber einen Erz&#228;hler, den man Kurz und Gut rief:</p>
<p><em>„(…) Also kurz und gut, sagte er dann: viele kurze Geschichten ergeben auch eine lange, ist vielleicht auch interessanter. Wobei das Ende einer Geschichte bei ihm immer schon der Anfang der n&#228;chsten war, die wiederum im Anfang einer neuen Geschichte endete, immer auf einem Atem gesprochen, in langen, endlosen S&#228;tzen, die abrupt abbrachen: Jeder Mensch hat eben so seine Art zu erz&#228;hlen, und vor allem hat er nur seine Geschichte, f&#252;r ihn die einzige, und jede Geschichte ist einzigartig, und alle Geschichten zusammen ergeben &#252;berhaupt erst die wirkliche Geschichte, die ist ja gar nicht zu verstehen ohne die Geschichten der Menschen, die da drin versteckt sind. Ist wie das Wechselgeld auf einen Hunderter, man hat viele abgegriffene M&#252;nzen in der Hand, da sieht man erst, was so ein Hunderter bedeutet, sonst steckst du die Bl&#252;te ja so weg, ist einfach ein Hunderter. (…)“</em></p>
<p>Dann der andere, der davon las, wie Kurz und Gut den Maitre Camus zu Wort kommen lie&#223;.</p>
<p><em>„(…) Camus: Ein Mensch, der nur einen einzigen Tag gelebt hat, k&#246;nnte m&#252;helos hundert Jahre in einem Gef&#228;ngnis leben, er h&#228;tte genug Erinnerungen. Das war ein Gedanke, der ihn faszinierte, der ihn mit der Welt vers&#246;hnte, der ihm half, seine Tage und N&#228;chte zu leben: Leben ist Erinnerung und sonst nichts. Ohne Erinnerung w&#228;ren wir vergessene Sterne, Schall und Rauch. Die Dinge haben keine Bedeutung, wenn sie keine Geschichte haben. Vielleicht haben sie noch eine Beziehung, pro forma, aber was bedeuten sie? Erst eine Geschichte gibt allem um uns herum die Bedeutung, die wir verstehen. Ist wie der Anker an einem Boot, ohne Anker treibt es weg, ist nicht mehr vorhanden. Dann such mal dein Boot, sagte Kurz und Gut, ohne einen Ankerplatz stehst du mit den F&#252;&#223;en im Wasser. (…)“</em></p>
<p>Bis schlie&#223;lich einer aufstand und meinte, nun sei es an der Zeit wieder nach der See zu schauen. Die alte Uhr unten an der Strandpromenade zeigte einen jungen Tag an, ein freundlicher Morgen glitt &#252;ber den Strand und es herrschte Flut. Rechte Zeit nach einem Boot zu suchen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10083" title="2018_19" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_19.jpg" alt="2018_19" width="515" height="227" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
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		<item>
		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Acht.</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2018 19:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

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		<description><![CDATA[
Im stillen Zimmer stummes Sprechen, drau&#223;en der Wind
Es ist gut, wenn der Wind sich in den Dachziegeln verf&#228;ngt, Regentropfen auf den Fenstersims trommeln, des unerm&#252;dlichen Drau&#223;en’s Musik den warmen, sicheren Hort umtanzt. Da lag ein Buch auf dem Nachttisch, man griff danach, man las sich gegenseitig vor, mal der, mal jener:
„Ein Mann geht, die Stiefel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><em><strong><img class="alignnone size-full wp-image-10073" title="2018_16" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_16.jpg" alt="2018_16" width="515" height="276" /></strong></em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>Im stillen Zimmer stummes Sprechen, drau&#223;en der Wind</strong></em></p>
<p>Es ist gut, wenn der Wind sich in den Dachziegeln verf&#228;ngt, Regentropfen auf den Fenstersims trommeln, des unerm&#252;dlichen Drau&#223;en’s Musik den warmen, sicheren Hort umtanzt. Da lag ein Buch auf dem Nachttisch, man griff danach, man las sich gegenseitig vor, mal der, mal jener:</p>
<p><em>„Ein Mann geht, die Stiefel umgeh&#228;ngt, barfu&#223; durch diese Sandw&#252;ste unter dem Meer, kennt den Weg von Insel zu Insel, der sonst dem Wasser geh&#246;rt, geht durch eine besonnte Landschaft auf sicherer Erde, folgt einer unsichtbaren Spur, durch Generationen &#252;berliefert, altes Wissen der alten Geschichten: Bei Neumond vom Kirchturm Richtung S&#252;derspitze, quer zum Priel, vorbei an den Planken und Spanten eines gesunkenen jahrhundertealten Schiffs, gr&#252;ne Pflanzen, Algen und Muscheln, stolz ausgefahren, im Elend gescheitert, den Weg verfehlt, trotz Sternwarte und Kompa&#223;, verfehltes Bem&#252;hen gegen die schwarze Gestalt des zuf&#228;lligen Sturms, der Mensch im Ungl&#252;ck, kein Mensch singt davon.</em></p>
<p><em>Ebbe und Flut, Licht und Dunkelheit, Leben und Tod. Das sich Wiederholende ist das Bleibende. Das in sich Kreisende das Ewige. Kein Anfang, kein Ende und keine Vollendung. Das unfertige Bild, die aufgegebene Fuge, der abgebrochene Satz, ausgef&#252;hrt bis zum Augenblick des Todes. Variationen der vergeblichen Bem&#252;hungen eines Lebens. Ein Schauspiel ohne Handlung, Ablauf unbekannt, Personal und Ort nur Zufall, die Erz&#228;hlung Fiktion, der Bericht Konstruktion des Menschen, Behauptung eines Schicksls, unerkannte Gleichzeitigkeit, unbewu&#223;te Erinnerung, Jahre des Vergessens, sinnlose Fragmente, unzusammendh&#228;ngend. Das unvollendete Bild des Menschen. Das stille Zimmer und das ununterbrochene stumme Sprechen. Worte, die keiner versteht.“</em></p>
<p>Es ist gut, wenn ein lieber Mensch <a href="http://www.deutschlandfunk.de/auf-der-anderen-seite-der-welt.700.de.html?dram:article_id=82322" target="_blank"><strong>ein Buch</strong></a> &#252;berreicht, bevor man aufbricht zu einer Reise und angekommen, dieses Buch einen willkommen hei&#223;t, als h&#228;tte es vom – vorl&#228;ufigen &#8211; Ziel der Reise gewu&#223;t. Wenn Erinnerung und Erleben sich &#252;bereinander schieben, eins werden. Erinnert man sich  farbig oder schwarzwei&#223;?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10074" title="2018_17" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_17.jpg" alt="2018_17" width="515" height="250" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
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		<item>
		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Sechs.</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2018/03/08/anleihen-ansinnen-anleidtungen-sechs/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2018 16:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wenn der Wind einschl&#228;ft, erwacht die See
„Also folgen wir dieser Spur.“
„Ja!“
„Oder sagt man diesen Spuren?“
„Unter einer Spur, teurer Budnikowski, liegen vermutlich weitere Spuren. Unsicht-, aber auffindbar.“
„Treten wir nun in die Mitte der Abdr&#252;cke oder gehen wir, na sagen wir, entlang?“
„Wir folgen. Die Schrittl&#228;nge scheint au&#223;erdem unsere M&#246;glichkeiten zu &#252;berschreiten.“
„Wahr gesprochen. Kann man denn in diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><em><strong><img class="alignnone size-full wp-image-10044" title="2018_11" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_11.jpg" alt="2018_11" width="515" height="223" /></strong></em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>Wenn der Wind einschl&#228;ft, erwacht die See</strong></em></p>
<p>„Also folgen wir dieser Spur.“</p>
<p>„Ja!“</p>
<p>„Oder sagt man diesen Spuren?“</p>
<p>„Unter einer Spur, teurer Budnikowski, liegen vermutlich weitere Spuren. Unsicht-, aber auffindbar.“</p>
<p>„Treten wir nun in die Mitte der Abdr&#252;cke oder gehen wir, na sagen wir, entlang?“</p>
<p>„Wir folgen. Die Schrittl&#228;nge scheint au&#223;erdem unsere M&#246;glichkeiten zu &#252;berschreiten.“</p>
<p>„Wahr gesprochen. Kann man denn in diesem Zusammenhang auch von F&#228;hrte sprechen, teurer Gef&#228;hrte B&#228;r?“</p>
<p>„Vielleicht. Wenn wir unter die Fu&#223;abdr&#252;cke schauen. Bleiben wir aufmerksam und &#252;ben uns im Lesen, k&#246;nnen wir Dinge entdecken!“</p>
<p>„Steht da was Erhellendes in Ihrem GehBuch? Dem zweiten?“</p>
<p>„Gewi&#223;! Unter F&#196;HRTE wird Ralph Waldo Emerson zitiert: <em>Alle Dinge zeichnen unabl&#228;ssig ihre Geschichte auf&#8230; nicht als Fu&#223;abdr&#252;cke in Schnee oder Erde, sondern in Form vielerlei Spuren, die k&#252;rzer oder l&#228;nger &#252;berdauern, eine Kartographie ihres Vor&#252;bergehens. Der Erdboden ist &#252;berall von Hinweisen und Zeichen &#252;berzogen: und jedes Ding ist &#252;ber und &#252;ber mit Spuren bedeckt. In der Natur geschieht die st&#228;ndige F&#228;hrtenlegung automatisch, und ihre Aussage verh&#228;lt sich zum Geschehen wie der Abdruck im Wachs zum Petschaft.</em>“</p>
<p>„<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petschaft" target="_blank"><strong>Petschaft!</strong></a> Alte Worte von alten Dingen klingen!“</p>
<p>„F&#228;hrten sind auch diese!“</p>
<p>Und mit dem West im R&#252;cken folgten die Gef&#228;hrten der Spur und gelangten rasch an die Ostspitze der Insel. Und was ragte vor ihnen? Ein bizarrer Wald von Wasser, Salz, Wind und Sand geformter Stangen, Pf&#228;hlen, H&#246;lzern, wunderliche und unheimliche Kunstwerke, geschaffen von den ewigen Verwitterern. Was war dies, was vor den staunenden Augen lag? Reste eines Steges? Eine alte Anlegestelle? Ein Hafen gar? H&#252;tten, um l&#228;ngst verbrauchte G&#252;ter zu lagern? Ein untergegangenes Dorf? Und w&#228;hrend man schaute und riet und vermutete, schlief ihr st&#228;ndiger Begleiter, der Wind, ein. Die pl&#246;tzlich einsetzende Stille w&#228;hrte dennoch lediglich wenige atemholende Minuten, bis drau&#223;en vom Meere ein unheilvolles Tosen heranrauschte.</p>
<p>„Weia Budnikowski, da kommt was auf uns zu!“</p>
<p>„Ach du lieber Himmel!“</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10045" title="2018_12" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_12.jpg" alt="2018_12" width="515" height="207" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. F&#252;nf.</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2018/03/05/anleihen-ansinnen-anleidtungen-fuenf/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2018 15:55:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

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		<description><![CDATA[

„…jedes Ding ist &#252;ber und &#252;ber mit Spuren bedeckt.“
Das Meer war fort. Doch der frostige Wind  hatte die letzten Wellen der letzten Flut gepackt und an den Strand geklebt. So war das Meer noch da. Kunstvoll verschlungene Ornament hatte „Meister Namenlos“, der gro&#223;e Sch&#246;pfer, die gro&#223;e K&#252;nstlerin Dame Natur auf den gefrorenen Sand gemalt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><em><strong><img class="alignnone size-full wp-image-10038" title="2018_08a" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_08a1.jpg" alt="2018_08a" width="515" height="232" /></strong></em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>„…jedes Ding ist &#252;ber und &#252;ber mit Spuren bedeckt.“</strong></em></p>
<p>Das Meer war fort. Doch der frostige Wind  hatte die letzten Wellen der letzten Flut gepackt und an den Strand geklebt. So war das Meer noch da. Kunstvoll verschlungene Ornament hatte „Meister Namenlos“, der gro&#223;e Sch&#246;pfer, die gro&#223;e K&#252;nstlerin Dame Natur auf den gefrorenen Sand gemalt. Doch die Reisenden hatten anderes erhofft. Sie wollten mehr vom Meer zu ihren ungeduldigen F&#252;&#223;en, doch da sie sich auf den Weg gemacht hatten, um etwas zu begreifen ohne danach unbedingt greifen zu m&#252;ssen, murmelte ein jeder Braves vor sich hin. Zuerst der Hase, etwas schlaumeierisch, der B&#228;r nicht minder, jedoch &#252;berzeugt.</p>
<p><em>„Was mich betrifft, ich erwarte nichts von der Natur. Ich verweile einfach in ihr. Ich gehe und sp&#252;re die Erde unter meinen F&#252;&#223;en, ohne &#252;ber den Ort nachzudenken, an den ich gelangen werde. Ich atme und beobachte die Gegend, die ich durchstreife. Das tut meiner Lunge, meinen Muskeln, meinem Kopf gut.“</em></p>
<p>„Budnikowski, was auch immer Sie in der Natur anzutreffen erwarten, Sie werden dort zun&#228;chst sich selbst begegnen!“</p>
<p>„Gut Herr Mahler, aber das Meer hier ist nur noch Relikt, Fundst&#252;ck, Widerhall, Kopie? So auch ich?“</p>
<p>„Ach, der Reisende meint oft, wenn er die Mauer der Stadt hinter sich gelassen hat, w&#252;rden ihn Tr&#252;bsinn und Niedergeschlagenheit blitzeschnell verlassen. Man mag sich t&#228;uschen. Das wu&#223;te schon Herr Sokrates!“</p>
<p>„Wat, dat iss doch die Abwehrrecke vonne Schwatt – Gelben?“</p>
<p>Der B&#228;r runzelt die Stirn im auf West drehenden Wind.</p>
<p>„Mahlerken, Witz! Witz! Her mit den Zitat!“</p>
<p><em>„Was wunderst du dich, da&#223; dir Reisen nichts nutzen, wo du doch dich herumtr&#228;gst? Dich bedr&#252;ckt dieselbe Ursache, die dich hinausgetrieben hat.“</em></p>
<p>„Sollen wir heimfahren und eine Sakekur machen?“</p>
<p>„Wie meinen?“</p>
<p><em>„Schreib eine starke Zeile / die wie eine Nadel / den Schmerzpunkt an deinem Arm trifft!  / (…) / Sauf Sake und sing / bis die die Stimme wegbleibt / dann kommen die Worte von selbst!“</em></p>
<p>„Charles Bukowski?“</p>
<p>„Nee. Ikkyu Sojun. Ein Zenmeister. Hab ich aus Ihrem <a href="http://www.deutschlandfunk.de/edo-popovic-anleitung-zum-gehen-die-entschleunigung-der-zeit.700.de.html?dram:article_id=364773" target="_blank"><strong>GehBuch</strong></a>! &#220;brigens, da sind Spuren!“</p>
<p>„Bleiben wir vorerst n&#252;chtern! Folgen wir den Spuren!“</p>
<p>„Warum?“</p>
<p>„Wir folgen immer den Spuren. Uns bleibt keine Wahl. Es sei denn wir w&#228;ren Blinde.“</p>
<p>„H&#228;?“</p>
<p>„Ist aus meinem zweiten <a href="http://www.fr.de/kultur/literatur/robert-macfarlane-die-gedanken-in-bewegung-schuetteln-a-346277" target="_blank"><strong>GehBuch</strong></a>!“</p>
<p>Dann begann es zu schneien. Und der Schnee schien vom Abschied zu singen, vom Abschied vom Winter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10036" title="2018_09" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/03/2018_09.jpg" alt="2018_09" width="515" height="257" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Drei.</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2018/02/27/anleihen-ansinnen-anleidtungen-drei/</link>
		<comments>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2018/02/27/anleihen-ansinnen-anleidtungen-drei/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Feb 2018 10:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ansinnungen 2018]]></category>

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		<description><![CDATA[
Alle reden vom Wetter, Mahler will beim Einsteigen aussteigen
Wenn der Wind – auch noch von vorn – bl&#228;st, ist es ratsam den Mund geschlossen zu halten. Dazu raten nicht nur B&#228;rengro&#223;m&#252;tter auf Kamschakta oder in Wyoming. Vor den versiegelten Lippen herrscht weiterhin Wetter. Dies ist nicht ungew&#246;hnlich. Sollte b&#228;r meinen. Doch vernehmt das Gezwitscher der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><em><strong><img class="alignnone size-full wp-image-10017" title="2018_05" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/02/2018_05.jpg" alt="2018_05" width="515" height="234" /></strong></em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>Alle reden vom Wetter, Mahler will beim Einsteigen aussteigen</strong></em></p>
<p>Wenn der Wind – auch noch von vorn – bl&#228;st, ist es ratsam den Mund geschlossen zu halten. Dazu raten nicht nur B&#228;rengro&#223;m&#252;tter auf Kamschakta oder in Wyoming. Vor den versiegelten Lippen herrscht weiterhin Wetter. Dies ist nicht ungew&#246;hnlich. Sollte b&#228;r meinen. Doch vernehmt das Gezwitscher der hysterischen Aufrechtgeher. Aus jeder Schneeflocke machen sie ein Skandalon, jeder heftigere Ausschlag der Thermometer endet in atemlosen Superlativen oder Medaillenspiegeln und dabei merkt seine Zweibeinigkeit meist nicht, da&#223; die steigenden Weltenwasser ihm schon bis zum Hals stehen. M&#246;ge er sich doch an die Lokomotiven erinnern, die vor etlichen Dekaden, in Zeiten versunkener P&#252;nktlichkeit und m&#252;tzentragender Bahnhofvorsteher, gelobten vom Wetter zu schweigen und zu tun, was zu tun ist. Schnee schippen, Sonnenschirme aufspannen, Regentonnen leeren, Weichen enteisen, Reisende ans Ziel bringen. Heute jedoch, der scharfe Ost warf immer noch seine Eismesser nach den zwei Reisenden, verbarg sich die erhoffte Lok wohl und feil in irgendeinem Schuppen, statt f&#252;r Bewegung zu sorgen. Wahrscheinlich quasselte sie mit dem Tender. Falls es so etwas noch gibt. Auf der windschattigen Westseite abgestellter Waggons, auf einer Insel, unweit der See, wurde gewartet, als der B&#228;r anhob zu sprechen.</p>
<p style="text-align: center">…</p>
<p><em>„Wir sprechen &#252;berhaupt viel zu viel. Wir sollten weniger sprechen und mehr zeichnen. Ich meinerseits m&#246;chte mir das Reden ganz abgew&#246;hnen und mich wie die organische Natur in lauter Zeichnungen ausdr&#252;cken. Jener Feigenbaum, diese kleine Schlange, der Kokon, der dort vor dem Fenster liegt und seine Zukunft ruhig erwartet, all das sind inhaltsschwere Zeichen; ja, wer nur ihre Bedeutung recht zu entziffern verm&#246;chte, der w&#252;rde alles Geschriebene und alles Gesprochene bald zu entbehren imstande sein! Je mehr ich dar&#252;ber nachdenke, es ist etwas so Unn&#252;tzes, so M&#252;&#223;iges, ich m&#246;chte fast sagen Geckenhaftes im Reden, da&#223; man vor dem stummen Ernste der Natur und ihrem Schweigen erschrickt, sobald man sich ihr vor einer einsamen Felsenwand oder in der Ein&#246;de eines altes Berges gesammelt entgegenstellt!“</em></p>
<p>„Von Ihnen, Meister Mahler?“</p>
<p>„Nein, vom ehrenwerten Geheimrat. <a href="http://archibalds-welt.de/category/dichtung-der-wahrheit/" target="_blank"><strong>Sie erinnern?</strong></a>“</p>
<p>„Gewi&#223;, aber Goethe, diese geschw&#228;tzige Elster und das gro&#223;e Schweigen?“</p>
<p>„Ist auch gelesen und geliehen. Hier: <em>Schauen wir den Elstern zu, die in Paaren um die Pl&#228;tze in den Kronen der Pappeln im Park k&#228;mpfen. Sehen wir dem Mann zu, der &#252;ber den Parkplatz l&#228;uft und die T&#252;r seines silbernen Autos aufschlie&#223;t. Sehen wir, wie sich die &#196;ste, gespickt mit jungen Bl&#228;ttern, leicht im Wind wiegen. Die Kinder, die im Hof des Kindergartens l&#228;rmend umherrennen. Die Wolken, die nach S&#252;den gleiten und ihre Schatten auf die Hochh&#228;user werfen, auf die W&#228;lder und die verwaisten Bergweiden. Eine Frau, die ihren Kinderwagen schiebt und ihre Lippen sch&#252;rzt und dem kleinen Wesen vor sich etwas erz&#228;hlt.</em> Und dann noch: <em>Betrachten wir die Meeresstille.</em>“</p>
<p>„<a href="http://www.deutschlandfunk.de/edo-popovic-anleitung-zum-gehen-die-entschleunigung-der-zeit.700.de.html?dram:article_id=364773" target="_blank"><strong>Sch&#246;nes Buch.</strong></a> Und wenn wir irgendwann fertig geschaut haben? Oder neugierig sind. Oder ungeduldig.“</p>
<p>„Warten Sie, lieber Budnikowski.“</p>
<p>Der B&#228;r lehnt sich in den Wind und bl&#228;ttert um. In seinem Kopp.</p>
<p style="text-align: center">…</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10018" title="2018_06" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2018/02/2018_06.jpg" alt="2018_06" width="508" height="209" /></p>
<p style="text-align: center"><em>(text / fotos: christian lugerth)</em></p>
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		<title>Die Andere Reise / Ein B&#228;r rezitiert einen B&#228;ren</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2016 21:06:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Wieder ein Jahr / Jetzt schon 2016]]></category>

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		<description><![CDATA[
Da ist also der Baum. Der Baum in meinem Hinterhof. Der Baum, welcher gr&#246;&#223;er ist als der kleine Baum. Gr&#246;&#223;er als jener kleine Baum im Treppenhaus, den ich bemerkte, als ich aufgebrochen war. Dieser Baum hier drau&#223;en streckt und reckt sich, als d&#228;chte er nach. Das gef&#228;llt mir gut. In meinem Kopf rezitiert sich ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-9440" title="andere_016" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2016/07/andere_0161.jpg" alt="andere_016" width="515" height="248" /></p>
<p>Da ist also der Baum. Der Baum in meinem Hinterhof. Der Baum, welcher gr&#246;&#223;er ist als der kleine Baum. Gr&#246;&#223;er als jener kleine Baum im Treppenhaus, den ich bemerkte, als ich aufgebrochen war. Dieser Baum hier drau&#223;en streckt und reckt sich, als d&#228;chte er nach. Das gef&#228;llt mir gut. In meinem Kopf rezitiert sich ein altes Gedicht. Die letzten Zeilen. Das komplett Gedichtete ist viel umfangreichender.</p>
<p style="text-align: left">
<p style="text-align: center"><strong><em>Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Die Welt ist heilig! Die Seele ist heilig! Die Haut ist heilig!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Die Nase ist heilig! Zunge und Schwanz und Hand und Arschloch heilig!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Alles ist heilig! Alle sind heilig! &#220;berall ist heilig! Jeder Tag ist in Ewigkeit!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Alle sind Engel!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Der Gammler ist so heilig wie der Seraphim! Der Verr&#252;ckte ist heilig, wie du, meine Seele heilig bist!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Die Schreibmaschine ist heilig das Gedicht ist heilig die Stimme ist heilig die sie h&#246;ren sind heilig die Ekstase ist heilig!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig Peter heilig Allen heilig Solomon heilig Lucien heilig Kerouac heilig Huncke heilig Burroughs heilig Cassady heilig die namenlosen geschundenen und leidenden Bettler heilig die abscheulichen menschlichen Engel!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig meine Mutter im Irrenhaus! Heilig die Schw&#228;nze der Gro&#223;v&#228;ter in Kansas!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig das st&#246;hnende Saxophon! Heilig die Be-Bop-Apokalypse! Heilig Jazzbands Marihuana Hipster Frieden und Drogen und Trommeln!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig die Einsamkeit von Wolkenkratzern und Gehsteigen! Heilig die Cafeterias wimmelnd von Millionen! Heilig die geheimnisvollen Tr&#228;nenstr&#246;me unter den Stra&#223;en!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig der einsame G&#246;tze! Heilig das riesige Mittelklasselamm! Heilig die verr&#252;ckten Schafhirten der Rebellion! Wer auf Los Angeles steht IST Los Angeles!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig New York Heilig San Francisco Heilig Peoria und Seattle Heilig Paris Heilig Tanger Heilig Moskau Heilig Istanbul!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig die Zeit in Ewigkeit heilig die Ewigkeit in der Zeit heilig die Uhren im All heilig die 4. Dimension heilig die 5. Internationale heilig der Engel im Moloch!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig die See heilig die W&#252;ste heilig die Eisenbahn heilig die Lokomotive heilig die Visionen heilig die Halluzinationen heilig die Wunder heilig der Augapfel heilig der Abgrund!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig Vergebung! Gnade! N&#228;chstenliebe! Glaube! Heilig! unser! K&#246;rper! Leiden! Gro&#223;mut!</em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em> Heilig die &#252;bernat&#252;rliche extrabrilliante intelligente G&#252;te der Seele!</em></strong></p>
<p>Herr Budnikowski? Sie fehlen mir. Sentiment ist ja wohl erlaubt. Bis bald? Sach nu auch mal wat, Du Heiopei! (Ich zitierte Sie nur. Verzeihung! Ich bleibe mal m&#252;de!)</p>
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