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	<title>Archibald schaut Welt &#187; Eastward ho!</title>
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	<description>Vom Bären vom Brandplatz</description>
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		<title>Spuren. Suchen. Ilmenau. (Geheimrat edit)</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 09:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eastward ho!]]></category>
		<category><![CDATA[Musentempel]]></category>

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		<description><![CDATA[„Heraus in eure Schatten, rege Wipfel / des alten, heil’gen, dicht belaubten Haines / wie in der G&#246;ttin stilles Heiligtum / tret ich noch jetzt mit schauderndem Gef&#252;hl / als wenn ich sie zum erstenmal betr&#228;te / und es gew&#246;hnt sich nicht mein Geist hierher.“ Fremde, wohlklingende Worte. Wer sprach? Es war das Gespenst der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1439" title="ilm2_1" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/ilm2_1-150x150.jpg" alt="ilm2_1" width="150" height="150" /><strong>„Heraus in eure Schatten, rege Wipfel / des alten, heil’gen, dicht belaubten Haines / wie in der G&#246;ttin stilles Heiligtum / tret ich noch jetzt mit schauderndem Gef&#252;hl / als wenn ich sie zum erstenmal betr&#228;te / und es gew&#246;hnt sich nicht mein Geist hierher.“ </strong>Fremde, wohlklingende Worte. Wer sprach? Es war das Gespenst der Iphigenie des Herrn Geheimrat. Die zwei Reisenden standen vor der Grabplatte einer Mimin, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corona_Schr%C3%B6ter" target="_blank">der Schr&#246;terin</a>. Diese hatte einst zusammen mit dem Geheimrat auf der B&#252;hne gestanden, sie als Iphigenie, er der Orest. Offensichtlich hatte die Dame noch heute Verehrer, denn frische Blumen zierten die liebevoll gestaltete Grabplatte. Archibald dachte kurz dar&#252;ber nach, ob er sich der Arbeit am Musentempel verschreiben sollte, verwarf den Gedanken aber sofort. Nein, solch Leben war ihm dann doch von zu vielen Unw&#228;gbarkeiten bestimmt und rechte Zeit zum Weltschauen lie&#223; es auch nicht. Nee, lieber bin ich mein eigner B&#228;r! Ernst Albert jedoch erinnerte sich mit Freuden daran, wie er im Jahr nach dem Fall der Mauern zwischen den BR&#220;DERN UND SCHWESTERN unter der Spielleitung eines Musentempelrecken aus dem Osten an einem Theater in S&#252;den den Thoas gegeben hatte. Eine seiner sch&#246;nsten Arbeiten &#252;berhaupt. Hunger meldete sich und der wollene Mantel, den er trug, begann an den &#196;rmeln zu tropfen, so hatte er sich mit Wasser vollgesaugt. Die Gespenster weinten. Ernst Albert teilte seiner Mutter mit, wo er sich gerade befand. Sie freute sich von ihrer Heimat zu h&#246;ren. Und der Regen regnete wie jeden Tag in diesem fatalen Mai.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1440" title="ilm2_2" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/ilm2_2-150x150.jpg" alt="ilm2_2" width="150" height="150" />Sie stiegen hinab in den Ort, kleine Sturzb&#228;che rechts und links des Weges begleiteten sie. Und da sa&#223; er auf einer Bank, erstarrt in Bronze und Kupfer. „Guck mal! Er schaut Welt! Wie ich!“, rief Archibald erfreut und sprang dem Geheimrat auf den Scho&#223;. Er war sehr stolz einen so bekannten Kumpan gefunden zu haben. Und der Geheimrat fl&#252;sterte dem B&#228;ren ins Ohr, wie er einst von seinem F&#252;rsten den Auftrag bekommen hatte, hier in diesem kleinen Ort die alten Bergwerke in Schu&#223; zu bringen, wie er sich in den Ort verliebt hatte, wie, da die politischen Arbeiten in der F&#252;rstenstadt – Dichter bleib bei Deinen Leisten! – ihn gar nicht mehr erfreuten, sondern l&#228;hmten, er &#246;fters nach Ilmenau geflohen war, um wieder an seinem dramatischen Werke zu arbeiten, im Jagdschlo&#223; Gabelbach gleich um die Ecke seine Iphigenie vollendet hatte und gar – wenige Monate bevor er starb – an den Ufern der noch jungen Ilm seinen allerletzten Geburtstag gefeiert hatte. Dieser Ort war ihm lieb gewesen. Ein paar hochoffizielle Geheimratstr&#228;nen kullerten &#252;ber Archibalds R&#252;cken. „Komm Archibald, gehen wir in die Kneipe, bevor wir hier absaufen.“ „Was ein Banause, dieser Ernst Albert!“, dachte der B&#228;r und reichte dem Geheimrat zum Abschied seine Pfote. Hessen in der Fremde m&#252;ssen zusammenhalten. Die Reisenden betraten ein Gasthaus. Hundert Elefanten begr&#252;&#223;ten sie. Man bestellte. Zwei Bier. Zwei frisch zubereitete Th&#252;ringer Kl&#246;&#223;e. Sauerkraut. Schweinebraten.<em> (Wieviel? Der Setzer) </em>Zehn Taler. <em>(Glaub ich nicht!)</em> Doch! Und es war k&#246;stlich. Beim Verdauen belauschte man das Gespr&#228;ch zweier Einheimischer, die am Tresen dem mitt&#228;glichen Biergenu&#223; der Erwerbslosen huldigten. „Frare! Meenste do Euro &#252;berl&#228;bt?“ „Awer s&#228;bforschd&#228;nsch!“ “Sischer?“ „Glor!“ “Meenste w&#246;rglisch?“ „Och, sch sare daderrdsu n&#252;schd m&#228;hr!“ &#8220;Nu! Un do Ballag?&#8221;</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1441" title="ilm2_3" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/ilm2_3-150x150.jpg" alt="ilm2_3" width="150" height="150" />Die Henne ist das Wappentier von Ilmenau und der Geheimrat der Ortsheilige. Der Kickelhahn ist der Hausberg von Ilmenau und an seinen H&#228;ngen stand und steht eine Schutzh&#252;tte, das Goetheh&#228;uschen. Den Turm, der auf den Gipfel des Kickelhahns errichtet wurde und das Goetheh&#228;uschen hat man im Gr&#246;&#223;enverh&#228;ltnis WZA (Welt zu Archibald) wirklichkeitsgetreu nachgebaut und vor dem Bahnhof aufgestellt. Archibald setzte sich auf die Bank vor der H&#252;tte. Er war durchn&#228;&#223;t wie ein dreifach begossener Pittiplatsch. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=VilYFeGKiBQ" target="_blank">Sind wir denn Radieschen?</a> Egal! Einfach ignorieren! Er ging in sich, kam wieder heraus und reimte: <strong>„&#220;ber allen Gipfeln ist Ruh / In allen Wipfeln sp&#252;rest Du / kaum einen Hauch / Die V&#246;glein schweigen im Walde/ Warte nur balde ruhest Du auch.“</strong> Ernst Albert lachte und sprach seine &#252;bliche Warnung aus. „H&#252;te Dich vor Plagiaten! Doch stehle ungeniert und lasse es alle wissen! Dem Brecht war es recht!“ Sie erblickten ein Plakat. Eine W&#228;hlerinitiative namens <a href="http://www.ilmenau.de/stadtrat/bbw.htm" target="_blank">„Pro Bockswurst“</a> lud zu einer Veranstaltung ein. Sie hatten es geschafft bei der letzten Wahl in den Rat der kleinen Stadt einzuziehen. Was es nicht alles gibt! Archibald war erfreut. Das ist Weltschauen auf hohem Niveau. Es erfolgte der Aufbruch! Schade!</p>
<p>&#8220;He, Chef! Du hast was vergessen!&#8221; &#8220;Was denn, Archibald?&#8221; &#8220;Du wolltest Deiner Schwester noch zum Geburtstag gratulieren!&#8221; &#8220;Aah! Danke sch&#246;n, B&#228;r. Liebe Schwester: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=QqrGn-ytdzg" target="_blank">Bitte sch&#246;n! </a>Und alles Gute!&#8221;</p>
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		<title>Spuren. Suchen. Ilmenau. (Ernst Albert edit)</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 06:17:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eastward ho!]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Leibesübungen]]></category>

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		<description><![CDATA[„In Ilmenau / da ist der Himmel blau / da tanzt der Ziegenbock / mit seiner Frau.“ Wer auch immer der Urheber dieses Reimes gewesen sein mag, heute fehlte er in G&#228;nze. Regenmassen sch&#252;tteten ohne Unterla&#223; auf die zwei Reisenden nieder und die B&#246;cke blieben lieber in ihren St&#228;llen. Also suchte Archibald suchte erst einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1424" title="ilm1_1" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/ilm1_1-150x150.jpg" alt="ilm1_1" width="150" height="150" /><strong>„In Ilmenau / da ist der Himmel blau / da tanzt der Ziegenbock / mit seiner Frau.“ </strong>Wer auch immer der Urheber dieses Reimes gewesen sein mag, heute fehlte er in G&#228;nze. Regenmassen sch&#252;tteten ohne Unterla&#223; auf die zwei Reisenden nieder und die B&#246;cke blieben lieber in ihren St&#228;llen. Also suchte Archibald suchte erst einmal einen trockenen Unterschlupf und verschaffte sich einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ilmenau#Verse_.C3.BCber_Ilmenau" target="_blank">&#220;berblick</a>. Sie waren mit einem modernen Bummelzug angereist, dessen Frische und Modernit&#228;t um so mehr auffiel, als der Bahnhof, an dem die Fahrt endete, wie aus aller Zeit gefallen schien. Man hatte unl&#228;ngst einige neue Hinweisschilder angebracht, ansonsten hatte man das Geb&#228;ude in den letzten f&#252;nfzig Jahren sich selbst und dem Verfall &#252;berlassen. Archibald gefiel dies. Sie liefen los, Richtung Zentrum des kleinen St&#228;dtchens und die Zeit spielte verr&#252;ckt. Uhren blieben stehen, dann bewegten sich die Zeiger wieder, unendlich langsam, im n&#228;chsten Moment rauschten sie r&#252;ckw&#228;rts. Die H&#228;user der Stadt k&#252;ndeten von untergegangener Zeit, sie k&#252;ndeten sogar von der Zeit vor der Zeit, die vor zwanzig Jahren pl&#246;tzlich und ohne gro&#223;es Aufheben verschwunden war. Und es schien, als bewegten sich die Aufrechtgeher hier entschieden langsamer, sprachen langsamer, sie sahen aus, als st&#252;nde vergangene Zeit vor ihren Augen wie get&#246;nte Brillen. Auch Ernst Alberts Blick tr&#252;bte sich und er sp&#252;rte wie die Gespenster der Erinnerung ihn an die Hand nahmen. Das erste Mal war er hier entlang gegangen vor weit &#252;ber vierzig Jahren an der Hand seines Vaters. Von den W&#228;nden der H&#228;user gr&#252;&#223;ten riesige Plakate, Gem&#228;lde. Ein allgegenw&#228;rtiger Rauschebart forderte die Zweibeiner auf sich VORW&#196;RTS zu bewegen, hin zu Parteitagen, zu verst&#228;rktem Kampf und Einsatz im AUFBAU, im unverbr&#252;chlichen Versprechen sich selbst, Parteien und KLASSENBEWUSSTEN gegen&#252;ber, eifrig sich zu m&#252;hen, BAUT AUF! Und der Vater, der wie die Mutter aus dieser Gegend stammte, bleute dem Jungen ein, in den Tagen des bevorstehenden Aufenthalts auf keinen Fall etwas Schlechtes zu sagen &#252;ber diese Plakate, den Rauschebart und schon gar nicht &#252;ber den, den man damals &#8220;Den Iwan“ nannte.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1425" title="ilm1_2" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/ilm1_2-150x150.jpg" alt="ilm1_2" width="150" height="150" />Sie erreichten einen kleinen Platz im Herzen der Stadt. Ein Brunnen pl&#228;tscherte mit dem gnadenlosen Regen um die Wette. Sie standen vor einem mit Schieferplatten verkleideten Haus. Drei wei&#223;e Heroinnen oder Engel oder Wesen zierten die der Stra&#223;e zugewandte Ecke des stolzen Geb&#228;udes. Im unteren Gescho&#223; verkaufte man B&#252;cher und dies seit bald hundert Jahren. In diesem Haus wurde einst Ernst Albert gezeugt, so geht zumindest die M&#228;r. Archibald gefiel dieses ehrw&#252;rdige Geb&#228;ude sofort, ein Brunnen vor der Haust&#252;r ist ein zus&#228;tzliches Argument. Und Ernst Albert wies auf die Fenster im obersten Stock und erz&#228;hlte dem aufmerksam lauschenden, doch zunehmend durchn&#228;&#223;ten B&#228;r eine kleine Geschichte. Als er das erste Mal hier war, vor genau vierundvierzig Jahren, spielten jenseits des Kanales die Balltretk&#252;nstler um den Weltpokal. Die Vertreter des Teil des Landes, der sich von der kleinen Stadt aus gesehen, hinter Mauern und Stacheldraht im Westen befand, spielte im Endspiel gegen die Gastgeber. Helle Aufregung aber auch im &#246;stlichen Teil des Landes. Dieses Spiel durfte niemand verpassen, KLASSENFEIND hin oder her. Alle erwachsenen Zweibeiner zogen sich zur&#252;ck unters Dach, um dort das Spiel im Bilderapparat zu schauen. Da die Bilder aber aus dem Westen gesendet wurden, war dies ein h&#246;chst konspirativer Akt, von dem aber jeder wu&#223;te. Ernst Albert und sein j&#252;ngerer Bruder mussten unten bleiben, in der Wohnung der Gro&#223;mutter, Radio h&#246;ren. Es war nervenzerfetzend. Die normale Spielzeit war fast zu Ende, als der g&#246;ttliche Weber ausglich. Verl&#228;ngerung. Der Vater holte die zwei Jungs, hinauf zum geheimen Bilderapparat. Es roch nach Schwei&#223;, Bier, Schnaps, Wurst und tausend verbrannten Zigaretten. Pl&#246;tzlich ein Schu&#223; auf das Geh&#228;use der „Unseren“. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Tilkowski" target="_blank">Der Torw&#228;chter mit der Kappe</a>, den Ernst Albert verehrte, streckt sich, erreicht die Kugel aber nicht. Hinter seinem R&#252;cken f&#228;llt der Ball zu Boden: vor der Linie. Gott und der Rauschebart sei bei uns und nichts war passiert. Weiter! Dann geschieht das Unfa&#223;bare. Der Schiedsrichter eilt zur Seitenlinie. Dort steht einer seiner Helfer, ein Vertreter des sogenannten „Der Iwan“. Man diskutiert aufgeregt. &#8220;Der Iwan&#8221; weist theatralisch zur Mittellinie und ein Sturm bricht los. „Dieser Drecksack! Typisch Iwan! Das war klar vor der Linie! Das kann doch kein Tor sein! Alles nimmt er uns, der Iwan!“ Fl&#252;che und Verw&#252;nschungen zerschnitten die rauchgeschw&#228;ngerte Luft. Viel Schnaps mu&#223;te die geprellten Seelen der vereinten BR&#220;DER UND SCHWESTERN tr&#246;sten. Ernst Albert aber erschrak zu Tode. Er dachte an die Ermahnungen des Vaters. „Nichts Schlechtes &#252;ber den Iwan!“ Von diesem Moment an konnte er dem Geschehen im Bilderapparat nicht mehr folgen. Er bestand nur noch aus Ohren. H&#246;rte er Schritte im Treppenhaus? „Gleich kommen sie uns alle holen!“</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1426" title="ilm1_3" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/ilm1_3-150x150.jpg" alt="ilm1_3" width="150" height="150" />Sie zogen weiter, durch enge kopfsteingepflasterte Gassen und Str&#228;&#223;lein, die auf angenehme Weise den Schritt entschleunigten. Glitschig war es au&#223;erdem. Sie erreichten den Friedhof. John Updike hatte einst geschrieben, Erinnerung sei wie ein nicht vollst&#228;ndig entwickeltes Foto, wie ein Abzug auf den nur an manchen Stellen und recht wahllos etwas Entwicklerfl&#252;ssigkeit gesprenkelt wurde. Ernst Albert wu&#223;te, da&#223; seine Gro&#223;eltern hier begraben waren. Gab es die Gr&#228;ber noch? Er lie&#223; sich von Gespenstern durch die Gr&#228;berreihen f&#252;hren. Manchmal raunte es: „Vielleicht hier?“ Er sprach mit zwei Aufrechtgehern, die alte Kr&#228;nze und Kerzen einsammelten. Sie schickten ihn in die Verwaltung. Nein, schon lange h&#228;tte man die Gr&#228;ber abger&#228;umt. Nicht weiter schlimm, denn der „Geruch und Geschmack noch lang irrender Seelen“ allerorten. Marcel Proust hatte recht. Archibald sa&#223; auf einem Grabstein, freute sich an den tropfnassen Gespenstern, die ihn umtanzten und bekam gro&#223;e Lust, doch noch mal &#252;ber seine Geschichte vor der Geschichte genauer nachzusinnen. Und dann mischte sich der Geheimrat ein.</p>
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		<title>Ein Abend in einer Stadt im Osten</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 12:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anregende Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Eastward ho!]]></category>

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		<description><![CDATA[„Und?“ Archibald schaute Ernst Albert erwartungsvoll an, als dieser wieder zu ihm stie&#223;. „Ich tat, was ich konnte, kleiner B&#228;r. Man wird sich entscheiden, die Tage, irgendwann! Warten ist die wahre Zeit. Jetzt habe ich Durst!“ Aufgespannte Schirme vor einer Gastst&#228;tte, unter denen sie als einzige drau&#223;en sa&#223;en. Am Horizont baute sich ein gewaltiges Tief [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1387" title="weimar2_1" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/weimar2_1-150x150.jpg" alt="weimar2_1" width="150" height="150" />„Und?“ Archibald schaute Ernst Albert erwartungsvoll an, als dieser wieder zu ihm stie&#223;. „Ich tat, was ich konnte, kleiner B&#228;r. Man wird sich entscheiden, die Tage, irgendwann! Warten ist die wahre Zeit. Jetzt habe ich Durst!“ Aufgespannte Schirme vor einer Gastst&#228;tte, unter denen sie als einzige drau&#223;en sa&#223;en. Am Horizont baute sich ein gewaltiges Tief zusammen. <em>(Nach R&#252;cksprache mit der Produktionsleitung: es soll wirklich „baute“ hei&#223;en. Gru&#223; vom Setzer) </em>Ernst Albert bemerkte leicht verbittert, da&#223; er letztes Jahr im November, als er mit Eva Pelagia diese Stadt besucht hatte, den gleichen Wintermantel inklusive des dicken Schals getragen hatte. Archibald sagte dazu nichts. Er war es nicht gewesen, der die Existenz von Herrn Lenz <a href="http://archibalds-welt.de/2010/05/06/offener-brief-an-herrn-lenz/" target="_blank">abgeleugnet</a> hatte. Das Schwarzbier erreichte die Durstigen. Archibald steckte seine Nase in den wei&#223;gelben Schaum und erreichte innert Sekunden die Nullkommaf&#252;nfpromillegrenze. Das dunkle Zeugs schmeckte ihm. Na klar, ist ja auch das Lieblingsgetr&#228;nk des Geheimrats gewesen. „Zum Fr&#252;hst&#252;cke zwei Kannen des k&#246;stlichen und st&#228;rkenden Schwarzbieres, dann aufgebrochen.“, schrieb er schon in seiner „Italienischen Reise&#8221;. Von einer gegen&#252;berliegenden Hauswand gr&#252;&#223;te ein Zitat des Allgegenw&#228;rtigen. <strong>„Das wirkliche Leben verliert oft dergestalt seinen Glanz, da&#223; man es manchmal mit dem Firnis der Fiktion wieder auffrischen mu&#223;.“</strong> &#8220;Ja genau, mein Trinkerf&#252;rst! Mehr Dichtung, weniger Wahrheit!&#8221; Archibald f&#252;hlte sich bereit f&#252;r ein ganzes Promill. Ernst Albert jedoch warnte. Au&#223;erdem hatte er – fellfrei, wie er ist &#8211; einen kalten Arsch und Hunger. Archibald zeigte sich einsichtig, da Ernst Albert zudem die Rechnung &#252;bernahm.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1388" title="weimar2_2" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/weimar2_2-150x150.jpg" alt="weimar2_2" width="150" height="150" /><strong>„Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum braucht er was zum Essen, bitte sehr – es macht ihn ein Geschw&#228;tz nicht satt, das schafft kein Essen her.“</strong> So sangen sie einst hier. Nicht immer freiwillig. Geschenkt, denn diese runden Kugeln mu&#223;ten die G&#246;tter auf die Erde gebracht haben. Archibald war fasziniert. Geruch, Geschmack, Konsistenz: ein Erlebnis. Er beschlo&#223; eine Petition an h&#246;chster Stelle einzureichen, da&#223; in n&#228;chster Zeit neben den Lachsen auch Th&#252;ringer Kl&#246;&#223;e die Fl&#252;sse hinaufschwimmen m&#246;gen. Und man speiste, keinen fettfreien Chichikram, nein, man a&#223;, nicht um seine Weltl&#228;ufigkeit unter Beweis zu stellen, sondern man a&#223;, um satt zu werden und also bestellte man Kost nach tradierter Art des Landes: Zwei jeweils dreihundert Gramm schwere Scheiben Rostbr&#228;tel, dazu R&#246;stkartoffeln sowie R&#246;stzwiebeln dick und hei&#223; &#252;bers das in Bier gebratene Fleisch geh&#228;uft. Zwei gro&#223;e und ein kleines Bier erg&#228;nzend dazu. Am Nebentisch vertilgte man W&#252;rzfleisch, &#252;bergo&#223; dieses literweise mit Worcestersauce. Dann schob man Soljanka hinterher. In den Nebenraum wurde Schnitzel auf Schnitzel mit Mischgem&#252;se und Salzkartoffeln getragen. Herrlich! Archibald grunzte vor Wonne, Ernst Albert schlo&#223; sich an. Sein Bruder hatte ihm am Tag seiner Abreise ein Buch &#252;ber eben diese Art zu speisen geschenkt. Ein Buch auch &#252;ber die Gespenster der Erinnerung, die auch aus den vollgeladenen Tellern in diesem Gasthause aufstiegen. <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/24014.html" target="_blank">Ein sch&#246;nes Buch.</a> Ernst Albert mochte solche Koinzidenzien. Nebenbei bemerkt: man zahlte f&#252;r alles, was man verzehrt und vertrunken hatte, l&#228;cherliche dreizehn Taler. Archibald sa&#223; ermattet auf der Sitzbank. Der Klo&#223; und der warme, freundliche Singsang der eingeborenen Zweibeiner hatten ihn wohltuend ersch&#246;pft. &#8220;Essen als Feier der Gemeinsamkeit, nicht als Zurschaustellung des kleinen bibbernden Wohlstandsego. Das mu&#223; ich mir merken.&#8221; Der Geist der Stadt im Osten, er befl&#252;gelte den B&#228;ren. &#8220;Meenste?&#8221; &#8220;Glor!&#8221; &#8220;Sischer?&#8221; &#8220;Awer s&#228;bforschd&#228;nsch!&#8221;</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1389" title="weimar2_3" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/weimar2_3-150x150.jpg" alt="weimar2_3" width="150" height="150" />In der Nacht trommelte ein Regensturm gegen die Fenster des kleinen Hotels. Archibalds Schlaf war unruhig und von Alptr&#228;umen geplagt. Er tr&#228;umte von den ehemaligen Lagern vor den Toren der Stadt, von dem dort hingerichteten Mann, der den Spitznamen „Teddy“ getragen hatte. Er tr&#228;umte davon, wie er einen endlos langen Flu&#223; entlang wanderte, auf der Suche nach der Quelle, auf der Suche nach seinem Ursprung, auf der Suche nach seiner <a href="http://archibalds-welt.de/2010/02/24/die-geschichte-vor-der-geschichte-bleibt-dunkel/" target="_blank">Geschichte vor der Geschichte</a>. Er stolperte und taumelte, er fror, &#252;berall roch es nach versch&#252;ttetem Schwarzbier, der Geheimrat bewarf ihn trunken mit Kl&#246;&#223;en und am Horizont lachten die T&#252;rme der Gier. „Archibald! Deine Mission! Die Suche!“ Stimmen riefen nach ihm. Er hatte doch einen Auftrag. Die „Angstmuzak“. Wieder stand er vor einem K&#252;hlschrank. „Und weil der Mensch ein Mensch ist! Nieder mit dem vierten Schnitzel!“ Er &#246;ffnete die T&#252;r. „Hey, Genosse Teddy. Da ist nur noch Wasser drin. Das Bier ist weg. War umsonst. Kaum zu glauben, nicht wahr? Komm her, die Gespenster hier wollen nichts B&#246;ses. Schlaf wieder ein. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZdXfkkyI1nQ" target="_blank">Don`t fear the reaper</a>.“ Gitarren sangen Archibald in den Schlaf.</p>
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		<title>Ein Tag in einer Stadt im Osten</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 09:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eastward ho!]]></category>
		<category><![CDATA[Musentempel]]></category>

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		<description><![CDATA[„Auch wenn von einer fr&#252;heren Vergangenheit nichts existiert nach dem Ableben der Personen, dem Untergang der Dinge, so werden allein, zerbrechlicher, aber lebendiger, immateriell und doch haltbar, best&#228;ndig und treu Geruch und Geschmack noch lange wie irrende Seelen ihr Leben weiterf&#252;hren.“ Dies hatte Marcel Proust einst geschrieben. Es sollte die &#220;berschrift werden &#252;ber die n&#228;chsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Auch wenn von einer fr&#252;heren Vergangenheit nichts existiert nach dem Ableben der Personen, dem Untergang der Dinge, so werden allein, zerbrechlicher, aber lebendiger, immateriell und doch haltbar, best&#228;ndig und treu Geruch und Geschmack noch lange wie irrende Seelen ihr Leben weiterf&#252;hren.“</strong> Dies hatte Marcel Proust einst geschrieben. Es sollte die &#220;berschrift werden &#252;ber die n&#228;chsten zwei Tage, die Archibald Mahler, Herr Ernst Albert und all ihre Gespenster gemeinsam verbringen durften.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1372" title="weimar1_1" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/weimar1_1-150x150.jpg" alt="weimar1_1" width="150" height="150" />Sie waren angekommen. Der Bahnhof lag auf einer Anh&#246;he am Rande der Stadt im Osten. Eine schnurgerade Allee f&#252;hrt hinunter in die Stadt. Der Himmel war grau, bleiern. Nach wenigen Metern rechter Hand das monumentale Denkmal eines <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Th%C3%A4lmann" target="_blank">Mannes</a>, der vor sechsundsechzig Jahren von Vertretern der &#252;belsten Sorte Aufrechtgeher, die jemals auf diesem Planeten gew&#252;tet hatten, in einem Vernichtungslager vor den Toren der Stadt hingerichtet wurde. Nach seinem Tod diente er der Jugend im Osten des Landes als Idol. Heute bleibt er Symbol f&#252;r das recht kleinlaute Scheitern eines einst gro&#223;en Entwurfs. Ernst Albert freute sich, da&#223; man dieses Denkmal nicht – wie so viele andere in den letzten zwanzig Jahren – geschleift hatte. Sie erreichten das Zentrum der Stadt. Wunderbare alte H&#228;user, dezent restauriert. An jedem zweiten Haus hing eine Gedenktafel. „Hier wohnte, lebte, arbeitete oder ward geboren!“ Alles atmete Geist und Gesinnung. Zu F&#252;&#223;en des gro&#223;en Schlosses im Herzen der Stadt: eine Talsenke, ein weitl&#228;ufiger Park, ein Fl&#252;&#223;chen. Archibald bat darum seiner Lieblingst&#228;tigkeit nachgehen zu d&#252;rfen: aufs Wasser zu schauen. Man kam der Bitte nach. Er lie&#223; die Ilm an sich vorr&#252;berflie&#223;en, gem&#228;chlich, milde. Ernst Albert sprach: „Eine knappe Bummelzugstunde flu&#223;aufw&#228;rts von hier, in der N&#228;he der Quelle des Fl&#252;&#223;chens, wurde ich gezeugt.“ Gespenster huschten durch das Ufergeb&#252;sch.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1373" title="weimar1_2" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/weimar1_2-150x150.jpg" alt="weimar1_2" width="150" height="150" />Der Park weitete sich nach Osten hin. Am anderen Ende erblickte man ein kleines Gartenh&#228;uschen. Der ber&#252;hmte Geheimrat und Liebhaber der Gr&#252;nen So&#223;e hatte es vor &#252;ber zweihundert Jahren des &#246;fteren als Schreibst&#252;bchen genutzt. Archibald schlo&#223; das himmelgraue H&#228;uschen sofort ins Herz. Warum Ernst Albert dieses H&#228;uschen nicht auf der Stelle anmiete und mit ihm, Archibald Mahler, Denkb&#228;r im Osten, hier ein beflissenes und ruhiges Leben f&#252;hre, wollte er wissen. Tja, da&#223; dies so einfach nicht sei, wurde geantwortet. Au&#223;erdem ginge so etwas ohne Eva Pelagias Zustimmung auf keinen Fall. Und Ernst Albert erz&#228;hlte, da&#223; der Geheimrat einst die hessische H&#228;ndlerstadt, in der er geboren ward, fluchtartig verlassen habe, weil ihn – nach eigenen Worten – „die Geldgier und Geistlosigkeit dort rasend machte.“ Er war dem Ruf eines jungen F&#252;rsten an den <a href="http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=804" target="_blank">Hof in dieser Stadt</a> gefolgt. Hier wollte er seinen literarischen Elfenbeinturm verlassen und „das wirkliche Leben wirkend gestalten.“ Und tats&#228;chlich, der Geheimrat m&#252;hte sich als Teilzeitpolitiker um Reformen. So arbeitete er Sparprogramme aus, die den doch sehr exzessiven Lebensstil am Hofe des st&#252;rmenden und dr&#228;ngenden Jungf&#252;rsten in ges&#252;ndere Bahnen lenken sollten. Oberste Maxime war, da&#223; „die Staatsausgaben stets unter dem Niveau der Einnahmen“ liegen sollten. Man mu&#223; nicht erw&#228;hnen, da&#223; dem Versuch ein grandioses Scheitern folgte. Archibald dachte an die <a href="http://archibalds-welt.de/2010/05/04/" target="_blank">T&#252;rme der Gier</a> und es schien ihm, als habe sich nicht viel ge&#228;ndert in all der Zeit.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1374" title="weimar1_3" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2010/05/weimar1_3-150x150.jpg" alt="weimar1_3" width="150" height="150" />Man erreichte den Musentempel. Dies war nicht irgendein Musentempel. Lange Zeit sah man in ihm &#8211; und manche tun das noch heute – <strong>den</strong> Musentempel des Landes schlechthin. Und so stehen, Arm in Arm, der Geheimrat und sein junger, schw&#228;bischer Freund, Mitstreiter, Konkurrent und Kritiker vor dem Geb&#228;ude und blicken bedeutungsschwanger und Ewigkeit verhei&#223;end in die deutsche Ferne. Ernst Albert verschwand hinter den Mauern der heiligen Hallen. Er war auf Arbeitssuche und geladen, sich dort zu zeigen. „Halt mir die Daumen, kleiner Freund.“ Und Archibald sah die Aufrechtgeher unter den wachsamen Augen der zwei <a href="http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/weimarer_klassik.html" target="_blank">Klassiker</a> hin und her schlendern und er dr&#252;ckte Daumen, so weit das bei einem B&#228;ren eben geht. &#8220;Toi, toi, toi!&#8221;, murmelte er vor sich hin. &#8220;Toi, toi, toi?&#8221; Wer hatte ihm das nur eingefl&#252;stert?</p>
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