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	<title>Archibald schaut Welt &#187; Traumtagebuch</title>
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	<description>Vom Bären vom Brandplatz</description>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch/sieben</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Feb 2014 15:13:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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Dieser Winter f&#228;hrt mit Mahler Schlittschuh. Ach, t&#228;te er es nur der Winter, mit eisernen Kufen &#252;ber blankes Eis zischen. Vielleicht w&#228;re dann die Winterruhe eine ruhigere als in diesem Jahr. Aber so bleibt es ein W&#228;lzen und ein Schnauben und heute Nacht war er sogar in Indien, w&#228;hrend ein Fr&#252;hlingssturm an den Fensterl&#228;den zerrte. [...]]]></description>
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<p>Dieser Winter f&#228;hrt mit Mahler Schlittschuh. Ach, t&#228;te er es nur der Winter, mit eisernen Kufen &#252;ber blankes Eis zischen. Vielleicht w&#228;re dann die Winterruhe eine ruhigere als in diesem Jahr. Aber so bleibt es ein W&#228;lzen und ein Schnauben und heute Nacht war er sogar in Indien, w&#228;hrend ein Fr&#252;hlingssturm an den Fensterl&#228;den zerrte. Von Indien tr&#228;umt man selbstredend nicht in schwarz und wei&#223; und Balou, der Gesinnungsgenosse in Sachen Gem&#252;tlichkeit, lief ihm auch nicht &#252;ber den Traumpfad, sondern ein blinder und sehr aggressiver Digeridoo – Spieler, der im Nebenzimmer abwechselnd in seine H&#246;llenmaschine pustete oder dem schlafgest&#246;rten B&#228;ren Schl&#228;ge androhte. Der bebrillte und f&#252;r indische Verh&#228;ltnisse sehr blonde Pensionswirt (ein indischer Herr van Winter?) hatte ein Einsehen und f&#252;hrte den B&#228;ren ein Stockwerk h&#246;her und hinter alten knarzenden T&#252;ren &#246;ffnete sich ein Zimmerflucht, vollgestopft mit Kunstwerken, tropischen Pflanzen und historischen Mobiliar (Zuviel Chatwin gelesen, Herr Mahler?) Au&#223;erdem waren die Zimmer zur Stra&#223;e hin und die ist in Bombay meist rund um die Uhr dezibelstark belebt. Aber nicht genug, teilen sollte sich der fernreisetr&#228;umende Herr A. Mahler die Suite mit Wildschweinen – drei an der Zahl – und einem Mann, der ein Baby stillte. „Bis es aus dem Gr&#246;bsten raus ist!“ So der Pensionswirt, der wohl auch der Vater des S&#228;uglings. Aber die Zimmer sollten nicht zus&#228;tzlich in Rechnung gestellt werden. Ist doch auch was! Und dann wachte – Wer kann es ihm verdenken? – Mahler das x – te mal aus der diesj&#228;hrigen Winterruhe auf. Verst&#246;rt. Verschreckt. Und just als er aus dem Bett fallen wollte, fing der ehrenwerte Herr Ernst Albert den B&#228;ren auf und fragte ihn, ob er mit in den Breisgau reisen wolle. Und an den See. Und dann an den schwarzen See. Das mu&#223; der B&#228;r sich noch durch den Kopf gehen lassen. Aber besser als Indien ist das allemal. Der B&#228;r schlief wieder ein und ihm war, als dr&#252;cke im jemand dutzende von Geldscheinen in die Tatze. Aber die geh&#246;ren doch gar nicht mir? Ist das Schwarzgeld? Wei&#223; ich es? Dann wurde es warm und hell in seinem Kopp und Mahler dachte, da&#223; er schwarzsehen k&#246;nnte, wenn er wieder wach. Zwischen warmen Kissen bleibt die Seele wei&#223;. Mahler schl&#228;ft endlich. Psst!</p>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch / sechs</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Feb 2014 15:01:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Küchenschypsologie]]></category>
		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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Und dann tr&#228;umte Mahler, er verl&#246;re sein Fell. Er war unterwegs, er hatte es eilig, oder besser: man hatte ihn eilig. Reisetraum. Unterwegs. Ziel vergessen. Oder keines angestrebt. Wer tr&#228;umt, deutet nicht den Traum, den er tr&#228;umt. Aber Mahler ahnte tr&#228;umend, da&#223; ein Mahler ohne Fell kein Mahler mehr ist. Was dann? Ein Fisch? Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7350" title="TTB_006" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2014/02/TTB_006.jpg" alt="TTB_006" width="515" height="180" /></p>
<p>Und dann tr&#228;umte Mahler, er verl&#246;re sein Fell. Er war unterwegs, er hatte es eilig, oder besser: man hatte ihn eilig. Reisetraum. Unterwegs. Ziel vergessen. Oder keines angestrebt. Wer tr&#228;umt, deutet nicht den Traum, den er tr&#228;umt. Aber Mahler ahnte tr&#228;umend, da&#223; ein Mahler ohne Fell kein Mahler mehr ist. Was dann? Ein Fisch? Ein B&#228;rfisch? Ein Fischb&#228;r? Eine Reinkarnation? Wiedergeburt als Lachs, der dann von B&#228;ren zerlegt wird? Herr Ober, zahlen bitte? Dann wurde der Traum entschieden enger. Zwei eitle Arschkrampen – das darf man schreiben; wenn man schwarz – wei&#223; getr&#228;umt hat, lieber Leser – zwei eitle Arschkrampen also, mit denen Mahler in seinem fr&#252;heren Leben zu tun gehabt haben mu&#223;te, grinsten ihn an. Unentwegt. Arschkrampen in Tr&#228;umen grinsen immer bl&#246;d. Oder schie&#223;en in der 98. Minute noch ein Tor und d&#252;rfen zur Belohnung an der Freundin des Unterlegenen rumfummeln. Mahler aber hat keine Freundin, noch nicht mal im Traum. Wenn ihm das Fell abhanden kommt in G&#228;nze, wars das eh mit dem anderen Geschlecht. Als Delilah dem Samson das wallende Haupthaar abschnitt. Mahler reicht einem der Arschkrampen den Vertrag. Da steht es doch. Schwarz auf wei&#223;. Mahler hatte gelernt: was steht, das steht. Schwarz auf wei&#223;. Vertrauen! Im Traum. Wann? Damals? In wessen Namen? Mahler geht weiter. Alle, die ihm entgegen kommen, grinsen. Auch diejenigen, welche keine Arschkrampen sind. Die Gehwege werden weggeklappt. Die Stra&#223;e, auf der Mahler fellfrei traumwandelt, wird schmaler. Rechts und links des Steges steigt abendliche Warmluft auf, Dohlen spielen mit der Thermik, singen und schwingen. Leicht. Es abgr&#252;ndelt. Mahler wedelt mit einem Schriftst&#252;ck, er besteht darauf, da&#223; er den Vertrag genau gelesen habe. Auch das Kleingedruckte, Du Fisch? Gewi&#223; und schwarz auf wei&#223;. So habe ich das gelernt. Von wem? Dann tr&#228;umt Mahler, da&#223; er aufwacht und f&#252;rchterlichen Muskelkater hat. Der Traumschleicher Budnikowski steht neben ihm und schl&#228;gt ihm unentwegt die kleine wei&#223;e Pfote auf seinen Oberarm. „H&#246;mma, BVB hat gewonnen.“ Mahler dreht sich um, schl&#228;ft weiter und tr&#228;umt davon, das Fell des B&#228;ren unter den Gerechten zu verteilen. Vor der Zeit, nat&#252;rlich. Und dann steht er im Foyer eines Musentempels. Warum grinsen heute alle in seinen Wintertraum hinein? Und wer? Ernst Albert oder die Arschkrampen?</p>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch / f&#252;nf</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jan 2014 15:54:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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Und pl&#246;tzlich waren da Kontraste. Linien. Grenzen. Sch&#228;rfen. Die Buntheit, wo ist die Buntheit? Mahler blickt angespannt auf seinen flimmernden Traumbildschirm und dort ist tats&#228;chlich alle Buntheit weg. Ein Testbild vibriert vor dem Auge des Schl&#228;fers, schwarz ist es und wei&#223;. Und das war es. Und es ist gut. Das findet Mahler. Es wirkt klarer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7335" title="TTB_005" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2014/01/TTB_005.jpg" alt="TTB_005" width="515" height="180" /></p>
<p>Und pl&#246;tzlich waren da Kontraste. Linien. Grenzen. Sch&#228;rfen. Die Buntheit, wo ist die Buntheit? Mahler blickt angespannt auf seinen flimmernden Traumbildschirm und dort ist tats&#228;chlich alle Buntheit weg. Ein Testbild vibriert vor dem Auge des Schl&#228;fers, schwarz ist es und wei&#223;. Und das war es. Und es ist gut. Das findet Mahler. Es wirkt klarer und das Hirn eines B&#228;ren ist auch keine doofe Puddingsch&#252;ssel und Farben mahlern macht es sich selber, des Meister Petz&#8217; Denkk&#228;stlein. Wenn es &#252;berhaupt will. Ein Traumschlaumeier hoppelt durch das Testbild. „Und was ist mit der Vielfalt? Den Zwischent&#246;nen?“ Unn&#246;tiger Einwurf. Die &#220;berg&#228;nge vom Schwarz ins Wei&#223; sind&#8230; na ja … auch &#220;berg&#228;nge. Z&#228;rtlicher jedoch. Geruhsamer. Aber die Trennlinien sind – wenn man will – sch&#228;rfer. H&#228;rter. Kontrast. Mahler ist zufrieden und beschlie&#223;t das kommende Jahr in schwarz und wei&#223; zu betrachten. Und einzuteilen. Und zu bewerten. Ja: bewerten! Er hofft so wieder zum Ja und zum Nein zu finden. Die vorauseilende Relativierung jeder vergangenen und zuk&#252;nftigen Lebenssekunde raubte ihm in den letzten Monaten allzuoft den Schlaf. Das mu&#223; sogar ein Traumschlaumeier einsehen. Mut hat weniger Buchstaben als <em>„jasicherdasseheichzwarnichtsoaberverstehemankannes jaauchandersundso.“</em> Sonst vergi&#223;t b&#228;r ja eines Tages sogar, wie er hei&#223;t. Und das ist nicht richtig! JA! Der Himmel klarte eben auf vor des B&#228;ren H&#246;hle und V&#228;terchen Frost streichelte ein kaltes Rot in den Abendhimmel. Nein, er malte ein mild schw&#228;rzeres Wei&#223; ins vorabendliche Grau. <a href="http://www.nebraska-film.de/" target="_blank"><strong>Dann tr&#228;umt Mahler das!</strong></a> Genau!</p>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch / vier</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jan 2014 16:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[
Es fasst mich etwas an, denkt man im Sinne der Klassiker und erwacht. So Archibald Mahler again w&#228;hrend des diesj&#228;hrigen Winterimitats auf der Suche nach dem Schlaf. Meist wird man ja von innen heraus erschreckt, meint aber gewi&#223; au&#223;erliche Ber&#252;hrung zu sp&#252;ren oder gibt der Matratze oder dem Wetter die Schuld, verlegt so k&#252;chenpsychologisch den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7322" title="TTB_004" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2014/01/TTB_004.jpg" alt="TTB_004" width="515" height="132" /></p>
<p>Es fasst mich etwas an, denkt man im Sinne der Klassiker und erwacht. So Archibald Mahler again w&#228;hrend des diesj&#228;hrigen Winterimitats auf der Suche nach dem Schlaf. Meist wird man ja von innen heraus erschreckt, meint aber gewi&#223; au&#223;erliche Ber&#252;hrung zu sp&#252;ren oder gibt der Matratze oder dem Wetter die Schuld, verlegt so k&#252;chenpsychologisch den inneren Schrei auf eine Au&#223;enhaut und vermutet einen fremden Bi&#223;. Doch heute in der Nacht war es andersrum. Eine wei&#223;e Pfote griff nach Mahler &#8211; das Ziel sei nicht n&#228;her beschrieben &#8211; die Pfote nun war nackt und trotzdem befellt und laberte ohn’ Unterla&#223; von der P&#246;hlerei. Mahler, als erkl&#228;rter Laie in Sachen Fanatismus, trat heftig um sich und statt roter Karte erhielt er einen Ku&#223;, immer noch nackt und befellt und dann war man auf der Flucht. Also der K&#252;ssende haute ab, hakenschlagend wie ein Hase. Bei Mahler d&#228;mmerte es. Der ewige Budnikowski, wer sonst soll es sein und buchstabiert ein halbwegs Denkender das Wort P&#246;hlerei, so steht da auf seiner Schiefertafel: Eskapismus. Hallo fremde Pfote, sei gegr&#252;&#223;t! Und es blieb weiterhin ein Traum und Mahler r&#246;chelte weiter, als der ewige Budnikowski pl&#246;tzlich auf ihm liegt und es den B&#228;ren wohlig und feucht erschauert. Hatte er deshalb gestern n&#228;chtlich liebesgedichtet? Dann f&#228;hrt der Traum um die eine Ecke und findet statt im fernen Brasilien. Ein Rasengeviert ist braun und es staubt und auf den R&#228;ngen ist es leer, aber auf dem braunstaubenden Festplatz liegen weinend h&#252;bsche junge Burschen und hei&#223;en Silva di Eduardo Renaldo Thiago von Nascimento oder einfach nur Zico oder Chico oder Mario M&#252;ller und schlagen ihre schwitzenden F&#228;uste in den Staub und um sie herum tanzend wei&#223;behemdete blonde Recken, aber Mahler hat pl&#246;tzlich schwarze Haare am Kopp &#8211; die Frisur sitzt -  und einen h&#246;gschtwahrscheinlich sauteuren Kaschmirschal kunstvoll &#252;ber sein wei&#223;es und eng und anliegendes Hemd geschlungen, neben ihm grinst der kleine Klassensprecher Kuno Budnikowski, reckt einen riesigen Pokal in die flimmernde Hitze einer Sambanacht und ein grinsend nacktoberk&#246;rpiger spanischer T&#252;rke aus Gelsenkirchen zwickt den Mahler st&#228;ndig in den schwitzenden P&#246;ter und ruft: „Jetzt sag es doch! Jetzt sagt es doch! Los!“ Und Mahler mit Schal und Budnikowski mit Hasenzahn, der eine schneller, der andere etwas lahmer, h&#252;pfen in den Pokal und der Pokal schwimmt im Atlantik und es ist wie am Ende eines James Bond – Films, Champagner perlt und Rum, der Jesus von Rio will noch mahnend den Zeigefinger in die Luft recken, aber da war ein Blitz davor und aus dem Pokal t&#246;nt es: „Wir sind ein Paar!“ Und schon wieder ist es dem Mahler feucht zu Mute, aber nun auf der Stirn und er sitzt in einem Autobus, der f&#228;hrt von Konstanz nach Kreuzlingen und weiter in die Schweizer Berge, weil da irgendwo olympisches Skifahren ist, da freut der neue Traum des B&#228;ren sich drauf und alle B&#252;rger hinter der Grenze haben rote Hemden an, darauf wei&#223;e Kreuze und freuen sich auch, aber Mahler hat vergessen eine Fahrkarte zu l&#246;sen. Sonne Hureschie&#223;!</p>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch / drei</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jan 2014 17:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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Heute nacht w&#228;lzt sich Mahler weiter und tr&#228;umt, er h&#228;tte sich unsterblich verliebt. Und wenn man unsterblich verliebt ist, mu&#223; man aufwachen und durch die Nacht wandern und dichten und sich weiter w&#228;lzen und zur Strafe am n&#228;chsten Morgen lesen, was in der zerschossenen Nacht aus den poetischen Lenden kroch. Mahler reibt sich seine Augen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7316" title="TTB_003" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2014/01/TTB_003.jpg" alt="TTB_003" width="515" height="217" /></p>
<p>Heute nacht w&#228;lzt sich Mahler weiter und tr&#228;umt, er h&#228;tte sich unsterblich verliebt. Und wenn man unsterblich verliebt ist, mu&#223; man aufwachen und durch die Nacht wandern und dichten und sich weiter w&#228;lzen und zur Strafe am n&#228;chsten Morgen lesen, was in der zerschossenen Nacht aus den poetischen Lenden kroch. Mahler reibt sich seine Augen und dann liest er ein Poem, kursiv zentriert in pathetischer „kleinschreibweisheit“: <strong><em></em></strong></p>
<p><strong><em>nachtwanderungen</em></strong><em> der schlaf hat mich pl&#246;tzlich und schwer umarmt und sich genauso pl&#246;tzlich und schwer davongemacht. morgens um vier besuchen sie mich: deine, meine, unsere gespenster. nicht laut schreiend und wehklagend wie die tage zuvor, nein leise, ihre forderungen nur sachte an die w&#228;nde malend. du hast ihnen einlass gew&#228;hrt, hast ihnen nicht die begrenzte haltbarkeit deiner gastfreundschaft klargemacht. sie klagen und kratzen an den fenstern, sie huschen durchs dachgescho&#223;, da&#223; ich betrete und f&#252;hle, dort oben wohne nicht ich, nicht wir, dort oben ist noch terra incognita, heimstatt eines schmerzlichen betruges. ich h&#246;re das ferne r&#246;cheln anderer wartender. gespenster haben eine f&#252;rchterliche eigenschaft. in jedes loch fehlender klarheit nisten sie sich ein und reiben ihrer stinkenden schw&#228;nze. und aus jedem qualvoll verspritzten tropfen erwacht ein neues noch gr&#246;&#223;eres gespenst, eines dessen hohnlachen noch lauter und schneidender den schlaf erw&#252;rgt. oh du fata morgana, lichtspiegelung in der wasserw&#252;ste der liebe. drau&#223;en taumeln die seem&#228;nner und wollen an land, doch die n&#228;chtlichen schweren ketten rasseln vor einer hafeneinfahrt, welche gar nicht existiert. leuchtt&#252;rme, in denen alte w&#228;chter mit rum gurgeln, versinken in der flut. heute nacht ist meine haut hart und gl&#228;nzend, &#252;ber meinen innereien liegt der panzer der ersch&#246;pfung und ich breche auf. was bist du, eine leinwand auf der aufgeregte leichtmatrosen ihre farbreste verkleckern, eine kneipe, in der vaterlose gesellen unter die tische pinkeln, die dornenhecke, in der liebeskranke troubadoure ihren rausch ausschlafen, um morgens das blut ihrer wunden in ihre weinkaraffen zu ergie&#223;en? oder bist du einer dieser spiegel, in die man hineingreift und pl&#246;tzlich sein blutendes herz in den h&#228;nden h&#228;lt? ich erinnere mich nicht daran, da&#223; von den zinnen deiner burg proviantpakete auf die singenden ritter hinabfielen, ich erinnere mich nur an das rasseln der skelette, &#252;ber die ich stolperte und zu deren rhythmus ich neue lieder bastelte. in deinen gem&#228;chern stapeln sich nicht abgesandte worte, seident&#252;cher, um die sich ganze bataillone duellieren w&#252;rden. und dann schickst du dein kleines kind hinaus und weinend zucken die eben noch festen knie in den sand. das morgenlicht liebkost die wahnsinnigen und die eine rose, die du gabst, zerstreut sich in alle himmelsrichtungen, eine jede faust umklammert schwitzend ein bl&#252;tenblatt. zu hause, in ihren j&#228;mmerlichen h&#252;tten sitzen die wallfahrer, alte kompendien w&#228;lzend, in der irren hoffnung ihre tr&#228;nen und die leblosen s&#228;fte ihrer lenden erweckten das tote souvenir zu neuem leben. ich besteige mein armes altes pferd und rauchend machen wir es uns auf einer wegkreuzung bequem. die sonne leckt meine m&#252;digkeit und traurig erwarte ich dein l&#228;cheln. der rosarote wind tr&#228;gt mir entgegen, was ich verlor, den geruch deiner ewigkeit. </em></p>
<p>So also steht das da am n&#228;chsten Morgen. Die Tatze Mahlers zuckt nach rechts. Lediglich ein Reflex. Jedoch das volle Glas Wasser, das neben des B&#228;ren Bettstatt weilte, ist geleert, der Rachen weiter rauh noch und Mr. A. Mahler beschlie&#223;t, w&#228;hrend er wieder einschl&#228;ft, die Liebe nicht ernster zu nehmen als den Fu&#223;ball.</p>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch / zwei</title>
		<link>http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/2014/01/15/archibald-mahler-traeumt-tageweise-ins-buch-zwei/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jan 2014 16:29:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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Alles klebt. Alles ist klebrig. Alles ist so sonderbar klebrig. Mahler w&#228;lzt sich zwischen zwei Zust&#228;nden hin und zur&#252;ck. Nicht, da&#223; er wachte, geschweige denn, da&#223; er schliefe. Aber es klebt. Und es ist s&#252;&#223; und &#252;berzuckert und rot. Es ist nicht der Schwei&#223;. B&#228;ren schwitzen nicht, sie stinken gerne mal, aber schwitzen, dies tun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7308" title="TTB_002" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2014/01/TTB_002.jpg" alt="TTB_002" width="515" height="226" /></p>
<p>Alles klebt. Alles ist klebrig. Alles ist so sonderbar klebrig. Mahler w&#228;lzt sich zwischen zwei Zust&#228;nden hin und zur&#252;ck. Nicht, da&#223; er wachte, geschweige denn, da&#223; er schliefe. Aber es klebt. Und es ist s&#252;&#223; und &#252;berzuckert und rot. Es ist nicht der Schwei&#223;. B&#228;ren schwitzen nicht, sie stinken gerne mal, aber schwitzen, dies tun die B&#228;ren nicht. Seien sie aus Kamschatka oder Wyoming. Mahlers Nase m&#246;chte sich ins eigene Arschloch bohren, &#8211; <em>(Verzeihung! Nicht von Mahler diese rohen Worte, sondern vom gro&#223;en Georg B&#252;chner: also Weltliteratur! Der S&#228;zzer)</em> -  um dieser olfaktorischen Beleidigung ein f&#252;r alle mal zu entfleuchen. Und was den Riechangriff noch ins Unertr&#228;gliche steigert, ist dieses kratzende, monoton entnervende Ger&#228;usch, welches sich mit dem &#220;belriech unverbr&#252;chlich verbindet. Ein klagender Dauersound, als z&#246;ge jemand stundenlang Eisen &#252;ber gefrorenes Wasser. Von der Begleitmusike schweigt selbst der b&#246;seste Traum und hebt seine H&#228;nde zum Himmel. So denkt das B&#228;renhirn zwischen den Zust&#228;nden, bevor es Zust&#228;nde bekommt. W&#228;re die Welt Matratze, w&#228;re sie entweder zu weich oder zu hart. Geschlafen werden mu&#223; trotzdem. Auf dieser und keiner anderen Matratze. Quatsch: Welt. Jetzt kommt der Traum und weil der Mond ein voller ist, albt der Traum. Andere nennen es die Realit&#228;t. Dann tr&#228;umt Mahler etwas. Das: Die Aufrechtgeher stellen im Winter, der in Wyoming und New York ist, aber nicht da, wo der B&#228;r den Schlaf sucht und klebt und nicht wei&#223; warum, die Aufrechtgeher also stellen gro&#223;e Platten mit gefrorenem Wasser mitten in ihre St&#228;dte , schnallen ihren unschuldigen Kindern Eisenst&#228;be unter die F&#252;&#223;e, schieben sie auf die gefrorenen Wasserplatten und trinken – die Herumschlitternden betrachtend &#8211; irgendein stinkendes rotes Zeugs aus stimmungsvoll witzich bemalten Porzellant&#246;pflein. Dann gl&#252;hen sie. Dann rei&#223;en sie sich gegenseitig die Kleider von den magers&#252;chtigen oder fetten Wohlstandsleibern und legen sich in gro&#223;e Bottiche. In diesen Bottichen wabert dieselbe rote, s&#252;&#223;e, hirnaufl&#246;sende Fl&#252;ssigkeit. Konsensso&#223;e. Die Welt ist sch&#246;n und neu. Rot wird schwarz wird gr&#252;n wird gelb und wieder rot und nichts und alles ist ein Brei und Hirne schlagen gegen…nein. Mahler gl&#252;ht wie eine Kartoffel, die ein Sozialtourist auf einem abgeernteten Acker fand und sich briet. Schwarze Augen starren den B&#228;ren an. Er sticht sie nicht aus die schwarzen Augen aus der faulen(den) Kartoffel. Es gibt immer jemanden, der Hunger hat. Dort wo die Satten wohnen und wohlig klagen.</p>
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		<title>Mr. A. Mahler tr&#228;umt tageweise ins Buch / eins</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 20:29:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Lugerth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archibalds Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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„Sprie&#223;t im Januar dat Kraut, ist dat Fr&#252;hjahr l&#228;ngst versaut.“ Ein elektrisches K&#252;chenmesser, welches sonst dazu dient Entenschenkel vom Leib zu trennen, &#246;ffnet Mahlers Abdomen. Behende, gr&#252;nlackierte Fingern&#228;gel schieben vorsichtig Innereien nach rechts, nach links. Mahler ist sich unschl&#252;ssig auf welcher seiner zwei Seiten er weiterschlafen m&#246;ge. Der Traum nimmt Gestalt an und schl&#228;gt dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7285" title="TTB_001" src="http://archibalds-weltde.webtagebuch.net/files/2014/01/TTB_001.jpg" alt="TTB_001" width="515" height="161" /></p>
<p>„Sprie&#223;t im Januar dat Kraut, ist dat Fr&#252;hjahr l&#228;ngst versaut.“ Ein elektrisches K&#252;chenmesser, welches sonst dazu dient Entenschenkel vom Leib zu trennen, &#246;ffnet Mahlers Abdomen. Behende, gr&#252;nlackierte Fingern&#228;gel schieben vorsichtig Innereien nach rechts, nach links. Mahler ist sich unschl&#252;ssig auf welcher seiner zwei Seiten er weiterschlafen m&#246;ge. Der Traum nimmt Gestalt an und schl&#228;gt dem B&#228;ren die Fernbedienung aus der Tatze. Eine Art von Motor – noch M&#228;rklin &#8211; Baukasten oder schon Fischer &#8211; Technik? – beginnt im Mahler zu rotieren. Zahnrad reibt an Zahnrad und fordert stete Bewegung. Wer war der Chirurgin? Schwarze Locken und halbblinde Augen blicken den Archibald an und &#8211; mir nichts Dir (Wer bist DU?) nichts &#8211; h&#228;ngt er in einer Art Rollo, zwischen Lamellen und der eben eingepflanzte innere Motor zwingt ihn zu einer Art h&#246;lzerner marionettenhafter Choreographie. Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=EotNv1Tsa_Q" target="_blank"><strong>tanzende Puppe</strong></a> aus Fellinis „Casanova“? Die trommelnden drei Affen vor dem Spielwarengesch&#228;ft op d&#8217;r Vringsstro&#223; zu K&#246;lle? Ein Duracellb&#228;r? Die Umstehenden lachen, weil der B&#228;rentanz sie am&#252;siert. Mahler aber h&#228;ngt in seinem Vorhang und neigt sich vorw&#228;rts, seitw&#228;rts, r&#252;ckw&#228;rts, grinsiert und spricht seltsame Worte: „Sprie&#223;t im Januar dat Kraut, ist dat Fr&#252;hjahr l&#228;ngst versaut.“ Wahrscheinlich rezitiert er anderes, aber der Traum, der Traum. Eine geballte Faust schl&#228;gt ihm ins Kreuz, das feucht vom Schwei&#223; und starr, schieb ihn nach vorne, da ist ein Bildschirm, er schaut sich an und zu und unter seinen Tatzen w&#228;chst ein Rednerpult und dies ist nicht der Platz, den Mahler jemals anstrebte. Ein Bildschirm seiner selbst vor dem schlaftrunkenem Auge? Doch wehre Dich gegen einen Traum im Januar, der ansonsten kalt und regungslos vorbeizieht an den Traumlosen und unbemerkt zerfriert. Aus trock’nem Rachen schiebt sich ein B&#228;rensatz: „Aufrechtgeher keine Instrumente als die Beine wenn Du Dich fortbewegen magst Du bist noch nicht so weit machst Du aus der Welt einen Parkplatz lacht sie Dich aus Bleib bequem S&#228;rge sind billiger geworden zieh in den Krieg Dein Kind versorgen wir H&#246;rst DU Sie rufen wieder H&#246;re weg.“ Kleine zipfelbem&#252;tzte, wei&#223;behemdete, stimmbruchkieksende Buben preisen die Zeitung des n&#228;chsten Tages an: „Express, Stadtanzeiger, Express, Stadtanzeiger! Winterschlaf soll abgeschafft werden! Archibald Mahler zum B&#228;ren des Jahres gew&#228;hlt! Express, Stadtanzeiger, Express, Stadtanzeiger!“ „Gib dem Juppes doch mal ein Bierchen!“ „Sicher dat!“ Archibald Mahler f&#252;hrt seine rechte Tatze ganz langsam an die linke Seite seiner Stirn. Et Fr&#228;nzche zappt noch ens.</p>
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