Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 03
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„Mahler! Dieses Bild lügt!“
„Budnikowski! Alle Bilder Lügen!“
„Aber es regnet Katzen und Hunde derzeit!“
„Wenn, mein Gudster, regnet es Hasen und Bären! Zufällig wie immer!“
„Hä?“
„Lesen oder hören Sie!“
*
Ene mene muh
Die eine Tür fiel zu
Die andere Tür blieb offen
Kann man weiter hoffen
Auch falls der Regen prasselt
Und manchen Plan vermasselt
Ich bleibe froh
Der Pelz bleibt trocken
Bären brauchen keine Socken
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„Ein bisserl wirr, mein Freund und Bär!“
„Ist so beabsichtigt! Brauche nach langer Zeit wieder einen Potzrembel – Tag!“
„Genehmigt! Na dann nun ich eben!“
*
Zufällen finden Stellen
In den Plänen dicke Dellen
Wo man sich so sicher war
In jeder Suppe schwimmt ein Haar
Und der Regen fällt
Arme schöne Welt
Tag für Tag
Ich habe nichts dagegen
Regen
*
„Das ist schön. Da freut sich der Ehrenwerte Ernst Albert!“
„Man muß gelegentlich dem Auftraggeber eine Referenz erweisen!“
„Sehr ehrenwert, Freund Budnikowski!“
„Morgen, Mahlergenosse, lügen wir weiter. Gelle!“
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Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 02
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„Und jetzt, Mahler?“
„Budnikowski! Bißchen Schutz ist immer gut!“
„Weil es eben regnete?“
„Genau so habe ich mir das gewünscht!“
„Und was ist mit unserem Auftrag?“
„Die dicke Lippe wird heute 80!“
„Na dann legen Sie mal los in Sachen Reim!“
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Ein bißchen Schutz ist immer gut
Wenn’s regnet niemals ohne Hut
Ein Schirm ist auch kein Freifahrtschein
Man kann nicht ständig trocken bleiben
Beileibe nie
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„Und wer reimt jetzt konkreter über die dicke Lippe?“
„Der, der fragt, bester Budnikowski!“
„Warum?“
„Sie haben seine Figur!“
„Ehrlich? Na dann!“
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Alles bleibt und wird mal älter
Hüpft halt rum und
Gimme shelter
Von mir aus kann es immer regnen
Solang wir uns begegnen
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„Hase!“
„Ja?“
„Gefällt mir!“
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Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 01
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„Weia, werter Budnikowski! Man hat uns einen Auftrag erteilt!“
„Tja, mein gudster Mahler, was ich so las eben, Sie sehen das mit dem rechten Auge!“
„Rechtes Auge? Wird es gar politisch nun?“
„Quatsch! Spricht man doch so!“
„Und, wollen wir uns dem verweigern?“
„Mahler! Ich habe keine Lust ausziehen!“
„So schlimm steht es schon?“
„Herr Bär! Witz!“
„Sie sind mir aber ein rechter Schlingel, Herr Hase!“
„So könnten wir doch beginnen zu reimen!“
„Sitzen wir hier aber erst noch ein bisserl cognac!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / dekatria
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„Unsere Bucht!“
„Ne!“
„13 lang kurze Tage immer wieder eine Freude für das Auge!“
„Dann schauen wir hin. Noch mal.“
„Und nochmal!“
„Und dann wieder!“
„Man kehrt selten zurück!“
„Oh, es gibt der Aufrechtgeher viele die dies tun auf ewiglich!“
„Wir wohl eher nicht, Kioskos!“
„Mahlerias! Besser so!“
„Man kann sich Erinnerung auf die Netzhaut malen.“
„Mahlern?“
„Auch!“
„Poem?“
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Und wie die Sonne fiel ins Meer
Als sei’s ein letztes Mal
Sang ich ein Lied
In die hereinbrechende Nacht
Der Abendwind strich meine Wangen trocken
Aus dem Zimmer hörte ich Deinen ruhigen Atem
Charon bat ich noch zu warten
Bis die Grillen schweigen
Für immer
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„Da wird sich die Pelagia aber freuen, bester Bär!“
„Pssst! Nix verraten!“
„Antio, Lourdata!“
„Ta léme sýntoma!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / dodeka
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„Und so gastierten wir noch zwei Tage auf Ithaka, der Insel des Vielgereisten und hinterließen uns als eine Art Strandmal!“
„So ist es, Hasenfreund und wir erinnerten uns, wie wir vor 10 Jahren schon blickten aufs ionische Meer und priesen den Vielklugen!“
„Der, Bär verehrter, wohl nicht sein kann Ihr treuer Gefährte!“
„Ach Ihre gleisenden Lichter unter einen Scheffel zu stellen vermag ich nicht!“
„Ich weiß. Man tut es stets selbst wenn denn!“
„Was wünschen Sie von der Zukunft, da der Rückreiseflieger ungeduldig mit den Tragflächen wedelt?“
„Oh könnten wir, alter Sangesbruder, doch einmal auf den Spuren des von den Göttern getriebenen Trojakämpfers bereisen all die Winkel des Mittelmeeres.“
„Dies mag 10 Jahre dauern!“
„Mir doch wurscht. Die letzten zehn Jahre haben wir ja auch ganz anständig durchlebt?“
„Ne! Und zwar meist poli kala. Morgen noch eine kleine Zusammenfassung?“
„Gerne!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / endeka
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„Löffelos! Wir müssen dichten!“
„Giati, o arkouda mou?“
„Der Stachel des Aufbruchs im Pöter sitzt!“
„Trio. Dia. Ena: Ich höre!“
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Wenn Pfoten sich zum Abschied heben
In den Äuglein Tränen kleben
Das Meer ein letztes Mal mit Macht
Dich rauschend in den Schlaf gebracht
Dann greif‘ zum Stifte und Papier
War gerne da blieb gerne hier
Die Wiederkehr ist nicht gewiß
Doch manche Lieder bleiben
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„Ein bisserl sentimental, o filou mou!“
„Löffelos zu Lourdata, dann konter Du!“
*
Erinnerung ist eine Sache
Ob man schlafe oder wache
Wie Hamlet träumt
Ein ganzes Leben
Es war sehr schön
So ist das eben
And tomorrow never comes to soon
Da hinten stets your moon
Sieh ihn am Himmel kleben
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„Sir Hare and Duke of Enos! Sie folgen demnach ebenso der spielerischen Doppelsprachigkeit! I’m very amused and: pleased!“
„Efcharisto poli! In memoriam Cafe Platanos, my dear Earl Archi of Pale Alien!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / deka
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„Wie hatten wir angefangen, Mahlerias?“
„Erst schauten wir in die Luft und dann in den Westen, Kioskos!“
„So wäre es angeraten nun den Blick gen Osten schweifen zu lassen?“
„Unbedingt!“
„Dann tun wir das!“
„Ist unsere Bucht nicht eine Schönheit, Löffelos von Lourdata?“
„Gewiß Bärioskos von Vlahata und wir haben Glück, daß wir früh im Sommer hier und so nicht auf den ein oder anderen Aufrechtgeher zu viel in krebsroter Fülle blicken müssen!“
„Ja, auch ich blicke lieber aufs nackte Geröll!“
„Aber der hier oft sich bahnbrechende Humor der britischen Aufrechtgeher erfreut!“
„Sir! In this cause I’m with you?“
„Auf ins Cafe Platanos?“
„Yes, Sir!“
„What a about a limerick? Just to get prepared?“
*
Once a bear and a rabbit in greece
Verlassen the german Verlies
And they looked at the sea
Drank Robola statt tea
Und die Laune war nicht mehr so mies
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„Mahlerias?“
„Sagen Sie nichts, Löffelos! S’agapo!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / ennea
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„Kioskos, o filos mou. Kneifen Sie mich, aber wir waren hier schon mal.“
„Es ist ein kleines Weingut. Da gibt es viele von. Und Sie kennen ja den Ehrenwerten Ernst Albert, da geht er nicht dran vorbei.“
„Gewiß, und man tut das Nichtstun noch besser mit einem einheimischen Wein in der Kralle, aber ich kenne das hier!“
„Teurer Filos und Machitis, noch nie haben wir diese Insel betreten. Was sehen Sie?“
„Mainau! Hagnau! Meersburg! Man atmet diese Atmosphäre förmlich.“
„Wir sitzen doch im Schatten. Hat Helios Ihnen trotzdem den Kopp verwüstet!“
„Dann schauen Sie doch auf das Bild unten!“
„Ei der Daus und heilige Karotte! Man meint sich zu erinnern. Sie haben recht!“
„Aber der Wein hier ist besser!“
„Immerhin!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / ochto
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„Die Parzelle in unserem Rücken wäre frei!“
„Und was tun, Mahlerias?“
„Was die hier halt so tun. Kartoffeln. Paprika. Auberginen. Dicke Bohnen. Zwiebeln. Knoblauch. Gurken. Zucchini. Tomaten. Tomaten. Tomaten.“
„Und was ist mit Karotten?“
„Kioskos und Nagezahn, iss jetzt nicht so das typisch hellenische Gemüse!“
„Das ist nicht gut!“
„Wie auch immer, auch ich werde dahinten keinen Teich ausheben können, um Lachse zu züchten. Und Preiselbeeren sind vor Ort wohl eher Exoten.“
„Also ein eher forderndes Anpassungsprofil!“
„Befürchte es!“
„Na dann genießen wir die Tage ohne weitere Forderungen!“
„Dafür sind wir hier!“
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Die postgriechischen Sammelbildchen / efta
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„Mehr ist nicht drin!“
„Wie meinen, Mahlerias zu Lourdata?“
„Wir hatten doch vom Bleiben gesprochen unlängst, Kioskos auf Kefolonia.“
„Verstehe. Paläste werden wir nicht erwerben können. Doch mehr als eine halbwegs bequeme Bettstatt braucht man nicht.“
„Do simmer dabei, werter Kouneli. Aber, gerade in Ihrem veganen Interesse, so ein Gemüseanbaustreifen in der Nähe der neuen Heimstatt wäre nicht zu verachten.“
„Sie sehen mich erfreut.“
„Man bücke sich nach frischem Grün, statt auf Handtüchern zu braten!“
„Heute hauen wir ein paar Parolen raus!“
„Kost‘ ja nix!“
„Eben! Wo Schmalhans Küchenmeister lässt sich leichter denken.“
„Oder auch schweigen!“
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