Beitrags-Archiv für die Kategory 'Robert Zimmermann'

Budnikowski grätscht spät rein. Aber es passt so!

Mittwoch, 25. Mai 2016 0:25

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Hömma hier an alle, die anne Apparaturen sitzen!

Der Mahler iss die Bonsaien am betrachten tun und meine Fehlerheit soll getz über den Zimmerman sein Geburtstach wat schreiben tun oder verfassen. Ja lüch ich denn? Da liech ich hier inne pofende Flachheit, weil dat neue Album vonnem Meister mich gerne erfreuen könnte, aber auch inne Schläfrigkeit duseln tun tut. Wat soll ich vermelden? Alle sindse sich inne Himmels am verabschieden, aber Herr Bobness iss am weitermachen. Die Beobachter und die Deterheringe schrauben sich die Weisheiten ausse Tasturen und huren sich auffe Spuren der Exegese rum, aber da jitt et nix zu luuren, weil innet Hirn kannse nich hineinblicken tun. So, getz iss der Blick auffe Uhr am Handgelenk und Damen und Herren: ich bin zu spät. Wie immer. Trost iss am Start. Dem Mahler sein Finder und Genosse vonne Erzählprinzipien iss morgen Liedlein am singen. Und Worte am reden. Also heute. Oder gleich. Happy Birthday! Getz muß ich mich mal ummen Mahler kümmern. Mit die Treppen hattet der nicht so. Da bisse schnell mal am fallen. Wie die Engels dat gerne tun. Ausse pure Lebensfreude heraus, bleib ich getz inne melancholische Verfassung liegen. Verneigungen gen Hibbing von hier.

Thema: Robert Zimmermann | Kommentare deaktiviert | Autor: Christian Lugerth

Unter grauer Blume Glückwunsch bunt und leise

Sonntag, 24. Mai 2015 20:41

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Sie hatten Blumen mitgebracht. Diese waren einst bunt gewesen. Dann stellte Budnikowski eine Frage. Mahler antwortete. Man sprach in fremden Zungen. Budnikowski war in die Rolle des Herrschers geschlüpft, also mußte Mahler den Alchimisten geben. So steht es im Buch. Dort duzen sich Herrscher und Alchimist. Budnikowski und Mahler aber sind eigentlich überzeugte Siezer. Eine Macke vielleicht, aber so tun sie eben. Man spricht leiser in jener Art. Nun steht es aber anders im Buch. Budnikowski beginnend demnach mit den Worten des Herrschers.

„Mir ist zu Ohren gekommen, du hättest da gewisse Fähigkeiten.“

„Hm, ich nicht, aber ich weiß, wen du meinst.“

„Du bist nicht der Alchimist?“

„Nein, aber ich seh ihn gelegentlich, wenn er mit seinen Taschen und Flaschen hier vorbeikommt. Wir unterhalten uns manchmal.“

„Und was sagt er?“

„Nichts Besonderes. Aber ich sehe ihn manchmal seltsame Zeichen machen. Ich sag nichts dazu. Ich seh es mir nur an.

„Was macht er denn?“

„Manchmal was ganz Kleines, manchmal was ganz Großes.“

„Zum Beispiel?“

„Na ja, einmal habe ich ihn Feuer an Eis halten sehen. Das war spannend. Der ganze Laden ist weggeschmolzen.“

„Du warst dabei?“

„Mittendrin. Ich habe mich nicht vom Fleck gerührt, um ihn nicht in seiner Kunst zu stören. Die anderen sind fast alle rausgerannt, aber ich war da und hab zugeschaut.

„Und was geschah dann?“

„Eh ich mich verseh, schlittern wir auf Eis. Er hat mir auch andere sachen gezeigt, aber das sag ich nicht.

„Warum nicht?“

„Ich will, daß er wiederkommt und mir noch mehr zeigt.“

„Ich frage ja nur, weil ich mir ein klein wenig Sorgen um das Reich mache.“

„Wieso?“

„Alle gehen pleite, und weil ich doch Herrscher bin, finde ich, ich muß sie da raushauen.“

„Ich kann ja mal mit ihm reden. Was brauchst du denn, Gold oder Gewitter?“

„Irgendwas, womit man Schulden bezahlen kann.“

„Bei wem hast du denn Schulden?“

„Gewissen Unsichtbaren. Genau weiß es keiner.“

„Wie bist du denn in so eine miese Lage geraten?“

„Ich habe sie geerbt.“

„Na ja, ich will sehen, was ich tun kann, aber wie gesagt, ich bin nicht er.“

„Ich wäre dir sehr verbunden.“

Mahler und Budnikowski riechen an den Blumen, welche sie mitgebracht haben. Das sind sie dem Darsteller des Alchimisten schuldig. Er hat heute Geburtstag. Der Darsteller des Herrschers ist verstorben. Er hatte einen Bart und eine Brille und dichtete Geheul. Das Buch in dem auf Seite 61 obige Worte stehen ist ein Logbuch. Dann singt der Alte. Mahler und Budnikowski hören zu und es wird Nacht und wieder Tag. Jetzt könnten sie aufstehen und gehen. Aber sie bleiben noch etwas unter den Blumen sitzen, denn der Alchimist und der Herrscher singen den Gratulanten noch ein Ständchen. Wenn man sich halt schon so lang’ kennt.

Thema: Anregende Buchstaben, Robert Zimmermann | Kommentare deaktiviert | Autor: Christian Lugerth

A. Mahler macht sich selbstständig/Zimmermann

Dienstag, 3. Februar 2015 2:43

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Morgen wird der Herr Archibald Mahler sich umdrehen. Obwohl, eigentlich doof diese permanente Gesternerei. Jedoch: ein beheiztes Zimmerchen ist schon angenehm. Im Norden fällt weiterhin Schnee. Archibald Mahler würde jetzt gerne Lieder aus des Herrn Zimmermann Zitatenalbum hören. Das Werk ist zwar in Mittelhessen hinterlegt, aber der Bär ist ungeduldig Also denkt er: Link doch mal! Pustelfluchen und die Nachricht: “Dieser Beitrag ist in Schland nicht verfügbar, da er Gedanken enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der GEMA (Gibt Eine Mutti Alles?) nicht einigen konnten.” Mahler zittert, aber friert nicht, obwohl er es gerne täte. Zur Not lacht er leise vor sich hin. Mit kaltem Pöter.

Thema: Aufbrüche 2015, Robert Zimmermann | Kommentare deaktiviert | Autor: Christian Lugerth

A. Mahler macht sich selbstständig / Landkarten

Sonntag, 1. Februar 2015 23:47

kiel22

Da haut der Budnikowski ab so einfach, hinterlässt Hinweise kryptischer Art und Ader, wütet und ist weg von der Förde. Der weiße Kuno weicht, ihm folgt der „Weiße Kurt“ und lässt es ordentlich schneien im Norden. Der Archibald Mahler liest heute daraus noch keinen Hinweis, er sitzt am Museumshafen in Kiel, war da schon vor Jahren, erinnert sich nicht mehr und es ist kalt und er surft so mal in einem öffentlichen und kostenfreien Handkommunikationsgerät älterer Bauart auf der Suche nach Anstößen, als eine Bildnachricht aus Mittelhessen ihn erreicht. Aha! So so! Der Grund der schnellen Abreise des Herr Budnikowski ist des Herr Zimmermann neue Platte. Im Anhang gleich die passende Besprechung. Der Bär liest und friert nicht mehr ganz so toll. Genau. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Und er denkt zu meinen, wenn er sich jetzt umdreht und dann nach rechts oder links schaut? Vielleicht! Denn da hinter seinem Rücken, da war er doch schon mal. Hat er selbst das Lied oder hat es ihm wer vorgesungen? Gewiß, die Landkarten für die Seele. Man muß einfach loslaufen. Irgendwohin.

kiel23

Thema: Aufbrüche 2015, Kieloben, Robert Zimmermann | Kommentare deaktiviert | Autor: Christian Lugerth

Ein Monat belanglos’ Geschwätz / Scene Eleven

Freitag, 27. Dezember 2013 17:50

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„Wer ist der jetzt?“

„Fragen Sie die, die nichts über ihn wissen!“

„Fans?“

„Auch!“

„Und sonst?“

„Kritiker!“

„Weshalb?“

„Die werden Ihnen alles über ihn berichten können!“

„Aber da hab’ ich doch nichts von!“

„Wohl wahr!“

„Kann man eigentlich jemanden wegen Belanglosigkeit belangen?“

„Wir haben keine Zeit dafür!“

„Weshalb?“

„Weil wir arbeiten!“

„Sie haben das WIR jetzt extra groß gedacht?“

„Nur im Sinne eines Setzers!“

„Eine ausgestorbene Gattung!“

„Leider! Wieder ein Korrektiv weniger!“

„Dafür hätten wir aber Zeit gehabt!“

„Eins! Setzen!“

„Und was machen wir nächstes Jahr?“

„Weniger wissen! Mehr erzählen!“

„Weiterhin?“

„Was sonst?“

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Ein Monat belangloses Geschwätz / Scene Ten

Dienstag, 24. Dezember 2013 15:16

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„Wessen Bart ist weiß und lang?“

„Es ist der Bart vom Weihnachtsmann!“

„Wer kommt in der heil´gen Nacht und hat das Christkind mitgebracht? Langer Bart, heil´ge Nacht?“

„Mehr Lametta Mehr Lametta Mehr Lametta Dieses Jahr.“

„Wer hat den roten Mantel an?“

„Wahrscheinlich ist´s der Weihnachtsmann!“

„Was hast Du in dem Jutesack?“

„Geschenke für das Menschenpack!“

„Jutesack, Menschenpack, langer Bart, heil´ge Nacht?“

„Mehr Lametta Mehr Lametta Mehr Lametta Dieses Jahr.“

„Wer hat die dicke rote Nase?“

„Sicher nicht der Osterhase!“

„Wer lacht so gerne Ho Ho Ho und macht damit die Kinder froh?“

„Ho Ho Ho, Kinder froh, Jutesack, Menschenpack, langer Bart, heil´ge Nacht?“

„Mehr Lametta  Mehr Lametta Mehr Lametta Dieses Jahr.“

„Auf wen warten wir ein ganzes Jahr?“

„Auf den Weihnachtsmann, das ist doch klar!“

„Und kommt er dann der Weihnachtsmann, fängt’s Warten gleich von vorne an!“

„Weihnachtsmann, von vorne an, Ho Ho Ho, Kinder froh, Jutesack, Männerpack, langer Bart, heil´ge Nacht?“

„Mehr Lametta Mehr Lametta Mehr Lametta Nächstes Jahr.“

„Und wer wohnt in der Urne?“

„Die heiligen drei Irrtümer!“

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Ein Monat belangloses Geschwätz / Scene Nine

Sonntag, 22. Dezember 2013 17:07

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„Is it rollin’, Bob?“

„Sam! Let’s start before I coughed!”

„Es ist lange her, sehr lange her, seit wir uns liebten, unsere Herzen wahr schlugen und einmal, einen kurzen Tag lang, war ich dein Mann!“

„Letzte Nacht hörte ich dich im Schlaf sprechen. Solche Dinge solltest du nicht aussprechen. Oh Baby, dafür sind schon andere im Knast gelandet.“

„Wo sollen wir hin? Gibt es wen, den wir treffen können? Vielleicht geht es dir nicht anders als mir.“

„Seit zwanzig Jahren habe ich meine Familie nicht mehr gesehen. Das ist nicht leicht zu begreifen. Vielleicht lebt ja auch keiner mehr. Ich habe ihre Spur verloren, als sie ihr Land aufgeben mußten.“

„Baby, krempel’ dich um, tanze und schrei’ es raus. Du weißt doch, um was es eigentlich geht. Was treibst du dich auch die ganze Zeit in der prallen Sonne rum? Weißt du, daß der Planet dir dein Hirn leer brennen kann?“

„Mein liebster Feind liegt im Staub, läuft sich tot in seinen sinnlosen Ritualen, seine Lenden schweigen inzwischen. Man hatte ihm übel mitgespielt. Daran ist er zerbrochen. Er starb in Schande. Er hatte ein eisernes Herz.“

„Ich trage dunkle Gläser. Sie bedecken meine Augen. Die dunklen Geheimnisse in ihnen mag ich nicht enthüllen. Komm zurück, Liebste. Wenn ich deine Gefühle verletzt habe, dann bitte ich um Verzeihung!“

„Zwei Züge rollen gen Osten, 40 Meilen lang, Seite an Seite. Du mußt nicht gehen. Ich bin gekommen, um dir zu sagen, wie sehr ich deine Freundschaft wünsche!“

„Ich denke, als mein Rücken zu dir hin gedreht wurde, fing die ganze Welt, die hinter mir lag, augenblicklich Feuer. Das ist schon eine Weile her, seit wir diesen endlos langen Gang zum Traualtar hinunterschritten.“

„An jenem kalten und frostigen Morgen haben wir zusammen geweint. Wir weinten, weil unsere Seelen auseinander gerissen waren. So viel zu Tränen, soviel über diese langen und verschwendeten Jahre!“

„Bob! Setzen wir nun über? Die Tore offen?“

„Sam! Wir setzten über, einst. Offenes Land. Das gefällt mir!

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Ein Monat belangloses Geschwätz / Scene Eight

Samstag, 21. Dezember 2013 20:05

miller

(In dem Moment als Mrs Henry gebeten wurde den Besen zu benutzen und die Herren rauszukehren, da diese etliche Muscheln, etliche Biere, faule Eier etc und mit Frauen gezwinkert hatten, stand der Eine in den Schuhen des Anderen, der Laternenpfahl mit dem Intelligenzquotienten eines Zwerges klopfte an der Pforte Eden an und Pflüge, Verträge, Teller, Gürtelschnallen, Flügel, Schwüre und Telefone zerbrachen und als sich der Eine umdrehte, fiel im Rücken des Anderen das Eine und das Andere zu Boden. Der Liebeskranke hörte Liebende auf einer fernen Wiese flüstern, er war erkrankt an einer Art der Liebe, er wurde dick von dieser Liebe, als der Andere vorbeikam und behauptete der Eine trage das Blut dieses Landes in seiner Stimme. Noch sieben Tage. Dann wollten sie sich morgens in der Frühe treffen, Ecke 56te Straße und Wabasha, auch wenn die Bahnhoftüren geschlossen wären und man nirgendwo Streichhölzer kaufen könne. Eine Tasse Kaffee noch, runter ins Tal, denn IHR Vater lehrte sie Messer zu werfen, IHRE Schwester brachte IHR bei das Tarot zu legen und IHRE Haare ein Ozean auf dem Kissen, auf dem SIE liegt. Oh Schwester, ich klopfe nicht als Fremder an Deiner Türe!)

„Ich habe ein neues Pony!“

„Wie heißt es?“

„Lucifer!“

„Wann wirst Du aufwachen?“

„Ich werde EINE in einen Rollstuhl setzen und die Strasse hinunterschieben!“

„Dinge haben sich verändert!“

„Mir ist das gleich!“

„Und wenn die Schiffe nach Hause kommen?“

„Ich rief Captain Ahab zu, ich habe Neues Land gerochen!“

„Er forderte uns auf die Segel zu reffen und den Wal nicht zu vergessen!“

„Da sitzen Frösche in meinen Socken!“

„Und Dein Vater versteckt sich in der Kühlbox!“

„Ich habe den Höllenhund besiegt!“

„Ich kroch unter Stacheldraht hindurch!“

„Schließ die Augen!“

„Schließ die Tür!“

„Heut Nacht bin ich DEIN!“

„Ich gehe, ich werde gehen, ich bin weg!“

„Ich tafelte mit Königen und Königinnen! Es hat mich nicht beeindruckt!“

„Die Übersetzung?“

„Bald!“

„Heute?“

„Ich wachte auf heut` morgen und trank erst mal ein Bier!“

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Ein Monat belangloses Geschwätz / Scene Seven

Montag, 16. Dezember 2013 20:09

hippo

(Chilischoten hängen in der brutzelnden Sonne, in Durango verliebt man sich, Papa will, daß seine Töchter die Wäsche von der Leine nehmen, in Brownsville unter einem roten Himmel verkaufen sie Postkarten von den letzten Hinrichtungen und die Nilpferde kochten in ihren Becken, als Bob und Sam und Sam und Bob den Mann im langen schwarzen Mantel um die Ecke huschen sahen. Er hinterließ Worte und Fußstapfen zwischen den Kakteen. Bleibt liegen auf dem alten, großen Eisenbett, ich kann hören, wie sich der Schlüssel im Schloß dreht. Um den Rest kümmere ich mich:

It’s been such a long, long time / Since we loved each other and our hearts were true. / One time, for one brief day, / I was the man for you. / Last night I heard you talking in your sleep / Saying things you shouldn’t say. / Oh baby, / You just might have to go to jail someday. / Is there a place we can go? / Is there anybody we can see? / Maybe, / It’s the same for you as it is for me. / I ain’t seen my family in twenty years / That ain’t easy to understand. / They may be dead by now; / I lost track of them after they lost their land. / Shake it up baby, twist and shout, / You know what it’s all about. / What you doing out there in the sun anyway? / Don’t you know the sun can burn your brains right out? / My enemy crashed into the dust, / Stopped dead in his tracks, and he lost his lust. / He was run down hard, and he broke apart. / He died in shame; he had a iron heart. / I wear dark glasses to cover my eyes. / There are secrets in them that I can’t disguise. / Come back baby, / If I hurt your feelings, i apologize / Two trains running side by side / Forty miles wide, down the eastern line. / You don’t have to go, / I just came to you because you’re a friend of mine. / I think that when my back was turned, / The whole world behind me burned. / It’s been a while / Since we walked down that long, long aisle. / We cried on that cold and frosty morn. / We cried because our souls were torn. / So much for tears, / So much for these long and wasted years.)

„Wollen wir übersetzen?”

„Charon, mein Freund?”

„Dichten wir lieber nach.“

„Wir werden die Worte ernten, in den ungeübten Tatzen wiegen und wägen?“

„Aber wir trauen es uns zu!“

„Sonnenuntergang und gelber Mond! Klar, Mann!“

„Wenn Du Sie siehst, grüße sie von mir!“

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Ein Monat belangloses Geschwätz / Scene Six

Sonntag, 15. Dezember 2013 22:32

emergency

(Es wurde ruhiger, man hatte das Paradies eingeebnet, weil man Parkplätze benötigte, aber das Mädel aus Brownsville ließ ihre Zähne glänzen wie der Mond über den Köpfen der Verstummten, fuhr durch ihre Locken, zeigte uns die Welt und wir durchfuhren den Panhandle, landeten in Amarillo, verloren uns im Regen von Juarez und da hatten wir genug, gossen den letzten Burgunder auf die Straße namens Burgunderstrasse, weil Deine Scheißlaune, bester Freund, wird Dich nicht weiterbringen, stell Dich mal in meine Schuhe, da geschieht etwas und Du weißt nicht was geschieht. Du bist ein großes Mädel, jetzt! An der nächsten Straßenecke wartete Napoleon, zerlumpt, er wartete nicht, aber er stand da. Hänschen klein im Keller drunten mixte sich seine Medizin, derweilen wir auf dem Bürgersteig herumstanden und über die Regierung nachdachten. Auf Maggie’s Farm will ich nicht mehr arbeiten. Gibt es einen Fluchtweg Richtung raus? Hier?)

„Peter O’ Toole ist gestorben, Mann!“

„Ja! Ich habe damals diesen einen Film gesehen!“

„Bis Akaba?“

„Ja. Bis Akaba!“

„Was für eine Reise!“

„Es ist niemals angekommen!“

„Es gibt Leben, die ein Ziel, aber keinen Notausgang kennen!“

„Gewiß. Manche vergessen, daß sogar Odysseus Penelope verlassen hat, nachdem er die Freier vertrieben hatte!“

„Warum?“

„Es muß doch irgendwo einen Weg geben, der uns woanders hinführt!“

„Und sonst?“

„Erzählen wir keinen Mist mehr!“

„Warum?“

„Die Stunde ist eine späte Stunde!“

„Ja. Legen wir kein falsches Zeugnis mehr ab!“

„Sehr schön!“

„Und wünschen wir der Neuen Zeit mehr Alte Worte!“

„Ich habe versucht näher zu rücken, aber bin dann doch noch eine Million Meilen von ihr entfernt!“

Thema: Robert Zimmermann | Kommentare deaktiviert | Autor: Christian Lugerth