Anleihen. Ansinnen. Anleid(t)ungen. Zehn.

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Erstarrte Bewegung. Wiederholte Wiederholung. Stillstehende Zeit.

„Wenn es zum Beispiel die Zeit nicht gäbe, …“

„Aber es gibt sie doch!“

„Ich glaube, sie ist lediglich Behauptung, wurde gemacht, ausgerufen, verlautbart. Es gibt einen Morgen, es gibt die Dämmerung, die Sonne steht hoch, eine Möwe schreit, ein toter Fisch liegt am Strand!“

„Was ist mit dem Morgen?“

„Den Morgen akzeptiere ich, das Morgen bezweifele ich, vielleicht ist es sogar völlig unnötig. Es ruft lediglich Hektik und Dummheit hervor.“

„Der Welt ist wohl gleich, daß es mich gibt? Also länger und ausdauernder!Mit Ziel sozusagen!“

„Im wesentlichen ja, vor allem weil es die Welt nicht gibt. Ihr Wort, mein Wort schafft unsere Welten, eben jetzt, Momentanwelt. Später beobachten wir wieder, nähern uns an. Vielleicht sprechen wir davon, schreiben. Morgen oder nie!“

„Reingefallen!“

„Ich meinte morgens!“

„Das ist nun mal der Fluch: die Definition!“

„Und dann noch über und anhand der Anderen. Der alte Schrei: ich und die Welt.“

„Die Welt und ich?“

„Klingt besser! Aber auch wenn das oder unser Leben nicht weitergeht, sondern nur Karusselfahrt ist, um sich kreist, kringelt, spiralt und auch mal tanzt, schwebt und steppt: was ist jetzt mit unserem Boot?“

„Da stoßen wir, zugegeben an Grenzen. Der Philosoph und die Notwendigkeit des Butterbrotes. Hochaufschäumend mit bleiernen Schuhen an den Haxen!“

„Müssen wir durch! Ist schon achtuhrfünfunddreißig?“

Wer was sprach, wer wem antwortete, dies sei gänzlich von keinerlei Bedeutung, selbst die Reihenfolge des Gesagten ist lediglich Behauptung. Stehend bleibt, während die zwei Reisenden sitzen und langsam einen kalten Arsch bekommen, daß dieser Morgen gerne öfters wiederkehren darf, da mag die Welt – falls existent – gerne im Kreis drehen, da gibt es keinen Optimierungsbedarf, hier dürfen die Regale die nächsten hundert Jahte so eingeräumt bleiben, wie sie es eben sind, auch wenn kein Boot in Sicht. Und eben, da ein große Ruhe einzieht in die zwei, pfeift und tutet es hinter den Dünen. Es rattert, quietscht. Ach ja! Klar!

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(text / fotos: christian lugerth)

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Autor: Christian Lugerth
Datum: Dienstag, 27. März 2018 20:14
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