Beitrags-Archiv für die Kategory 'Zweitausendzwölf'

Als der Hase vom Himmel fiel, gab es für den Bären keinen Grund mehr liegen zu bleiben

Sonntag, 8. April 2012 18:03

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(Frühes Licht floß durchs Fenster Vorneraus, grell und fordernd und dem Bären war es, als hätte man einen Felsen, der vor seinem Hirnkasten gelegen hatte, zur Seite geschoben. Scharfe Kanten, Schattenwürfe. „Stehe auf und gehe hinaus und wandle und was auch immer!“ Der Bär vernahm in weiter Ferne Stimmen, jedoch sie drangen nicht durch die Reste der Winterwatte in seinen Ohren. Die Fensterscheibe war beschlagen, es mußte kalt sein da draußen, auch wenn die Sonne fleißig schien. Ein Rauschen ließ die geheizte Zimmerluft erzittern. Dies war der Moment, in dem Herr von Lippstadt – Budnikowski zur Landung ansetzte. Der Bär war noch nicht in der Lage nach oben zu schauen, jedoch er verspürte einen eindeutigen Luftzug an seiner linken Backe.)

„Merhaba Mahler! Wieder auferstanden?“

„Ge-, aufgestanden!“

„Verzeih Er! Dem heutigen Tage sei es geschuldet! Hartgekochtes Ei gefällig?“

„Verschonen Sie mich mit Ritualen, kaum daß mein Aug zurück in der Welt! Sie sind also sicher gelandet!“

„Ei gewiß! Und Sie gaben den Nichtvorhandenen die ganzen letzten Tage?“

„Wer schweigt, muß nicht von uns gegangen sein. Ich ruhte, las einmal am Tage Ihre Nachrichten aus der Ferne, war erfreut, drehte mich um und ruhte weiter.“

„Kam der Herr im Schlafe zu Besuch? Und gab er was dem Seinen?“

„Wenn, so hab ich es nicht mitbekommen. Man wird sehen.“

„Schieben Sie nicht etwas vor sich her?“

„Gewiß, meine letzten Tage, aber das tun wir alle!“

„Das Leben als Bugwelle?“

„Nennen Sie es so!“

„Und?“

„Drängler, elender! Konzentrieren Sie sich auf den nächsten Mittwoch!“

„Aha! Man ist informiert!“

„Wer könnte sich dem entziehen?“

„Und Sie, um die Frage zu wiederholen!“

„Bauarbeiten!“

„Wie? Ansatzlos?“

„Quark und Schimmelkäse! Materialsichtung erst mal. Was so herumliegt! Und jetzt, bester Lippstadt – Budnikowski, lassen Sie uns Ihr Mitbringsel verzehren. Ich bin hungrig.“

„Halt! Herr Mahler! Gemach! Gemach!“

(Zu spät all die Warnungen. Und hast Du nicht gesehen, befindet sich eine komplette Großpackung Türkischer Honig mit Pistazien in den Eingeweiden des Bären. Wenn das mal keine Folgen hat.)

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Post vom Bosporus / Ab- und Einbildungen

Samstag, 7. April 2012 17:33

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Ich kann nicht mehr hinschauen. Ich würde so gerne hinschauen. Es ist zu viel. So war es mir heut morgen. Ich packte also meine Koffer, gab sie ab am Empfang meiner Bleibe, weil der Flieger geht ja erst heut abend spät. Gut, also noch viel Zeit die Sinne zu strapazieren. Ist die Stadt am Bosporus das reine Chaos? Ja! Ist die Stadt am Bosporus das reine Chaos? Nein! Warum, werden Sie fragen, lieber Herr Mahler, morgen dann, wenn wir uns wiedersehen. Ich schreibe eine Antwort schon heute nieder. Die sind schlimmere Ordnungsfanatiker als Sie und ich. Hömma: ich besuche also heute die Basare. Erst den Großen Basar. Dann den Gewürzbasar. Ich sehe: Stapel, Berge, Reihen. Ich sehe: Farbe, Größe, Preis. Ich sehe: Quadrate, Kreise, Rhomben. Sie mögen es dort unten in einer Strasse nur dieses Eine anzubieten, in der nächsten Gasse nun eben das Andere, um die Ecke rum dann lediglich Werkzeuge oder Lampen, und man fragt sich, gibt es hier auch Schuhe zu erwerben oder schon wieder Lampen? Hier gibt es also nur noch Schmiedeeisernes und dort werden Sie nur Fische finden, aber diese erst heute nachmittag. Wo gibt es jetzt die Lampen? In der Lampenstrasse! Wo? In der Schuhstrasse eben, an den Handtüchern vorbei, dann rechts. Links wären dann die Teegläser. Ich aber hätte gerne eine schmiedeeiserne Lampe. Moooment! Hier mache sich nun ein Bild, wer will. Hier könnte ich vielleicht noch Bilder kaufen. Oder Spiegel? Es wird dunkel. Mein Flieger wartet. Wir sehen uns dann morgen. Iss der BVB noch vorn? Werden wir ja sehn und dann uns. Stehen Sie auf! Wieder! Bis gleich!

Herzlichst Ihr Lippstadt – Budnikowski

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Post vom Bosporus / Der Zweite Himmel

Freitag, 6. April 2012 17:44

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Ich war sehr früh auf gewesen, also war ich einer der Ersten. Trotzdem mußte ich meine Schuhe ausziehen, mir eine Plastiktüte von der Rolle reißen und die Schuhe darin verstauen. Dann darf ich eintreten. Knappe zwei Fußballfelder großer Innenraum, ausgelegt mit teuerstem Teppich, nichts an Mobiliar, keine Bankreihen, keine Stühle, keine Altäre, keine Grabplatten, keine kerzenbeschienenden Votivnischen. Ein Art Holzgeländer, hinter der ich als sogenannter Gottloser zu verweilen und zu schauen gebeten bin und etliche niedrige Holzregale, um die Plastiktüten mit dem Schuhwerk dort abzulegen. Hinten, da hinten, weit, weit hinter der Absperrung saugen zwei Staubsauger vor sich hin. Der riesige Raum riecht frisch, obwohl hier seit Jahrhunderten Barfüßige und Sockenträger über den Teppich wandeln. Man stelle sich – rein olfaktorisch – einen solchen Raum in unserer Heimat vor. Hier wäscht sich der Beter ausgiebig, bevor er die Moschee betritt. Füße, Hände, Gesicht. Ich blicke nach oben und das Innen wird ein Außen. Ein von Menschenhand und Sultansschatulle gebauter Himmel überspannt den riesigen und friedlichen Gebetsplatz. An Hunderten von Stahlseilen hängen Leuchter und Lampen in den Raum hinab, als habe man die Sterne ins Innere der Moschee befohlen. Der Zweite Himmel. Ich bin hin und her gerissen zwischen schierer Bewunderung und dem tiefen Wunsch hinauszurennen, hinaus unter den Ersten Himmel, dorthin, wo es sich immer noch am besten beten läßt, unter den Einen Himmel, den Himmel, der keine Geländer braucht. Auch keinen Dom. Den Rest des Tages verbrachte ich laufend und staunend, fuhr mit der Fähre hinüber nach Asien, aß zu Mittag und trank Wein. Und kein Gott zürnte mir. Mir gefällt diese Stadt über alle Maßen. Bald ist Ostern und wir sehen uns. Seien Sie gegrüßt

Herzlichst Ihr Lippstadt – Budnikowski

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Post vom Bosporus / Helter Skelter

Donnerstag, 5. April 2012 18:56

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Wie soll ich anfangen, wie soll ich enden und vor allem, was ist dazwischen? Ich war gelandet und innert 3 Sekunden sah, hörte, roch und spürte ich zehnmal soviel Menschen wie in der ganzen letzten Woche. Von Lautstärken brauche ich nichts zu bemerken. Dann lief ich einfach los. Dies sollte ich von nun an drei Tage lang tun. Berg auf, Berg ab – große Städte erbaut man wohl auf sieben Hügeln – durch Gassen, am Bosporus entlang, dem goldenen Horn, in Europa und sogar ein wenig in Asien. Es brummte und surrte und hupte und jaulte und gelegentlich bog ich um eine Ecke und die Stille empfing mich, nur ein kalter, durch die Strassen fegender Wind sprach zu mir, Fischerboote fuhren hinaus aufs Marmarameer, wieder um die Ecke und unter der Fußgängerbrücke staute es sich blechern und achtspurig. Und, Fähren und Boote und Schiffe und Kähne und Pötte, wohin das Auge blickte. Minarette zerstechen den Himmel, in vergessenen Winkeln ducken sich vergessene Kirchen und – ein bißchen zu stolz – flattert über allem der Halbmond. Unter der Galatabrücke speiste ich zu Abend und als die Sonne sich zum Schlafen legte, stand ich auf dem Dach meiner Bleibe und sah hinab auf die Moschee, welche ich morgen betrachten sollte. Das Rufen der Muezzine jagte ein Geschwader von Möwen in den Abendhimmel. Der Wind war noch kühler geworden. Er trieb mich ins Bett und auch die platten Füße und überquellenden Augen halfen dabei. Das iss ein Ding, diese Stadt. Helter Skelter, die Achterbahn. Es grüßt beeindruckt

Herzlichst Ihr Lippstadt – Budnikowski

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Post aus Kibris / Tatlisuer Überhang

Mittwoch, 4. April 2012 7:48

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

In den ganzen Tagen ist nie etwas passiert. Mir ist nichts auf den Kopf gefallen. Mehrmals am Tag war ich dort entlang gelaufen, auf den Weg in den Sporclub, beim Brot und Tomaten und Gurken kaufen, wenn ich mal wieder auf den Berg hinter Tatlisu gestiegen bin. Einmal blieb ich sogar länger drunter stehen und dachte, wenn ich mich jetzt ganz besonders konzentriere und dann auch noch die Erde bebt, dann kommt mir das Ding entgegen, aber nein, der Balkon blieb oben. Und heute scheint es mir, daß wohl eher das alte Haus sich an dem Balkon festhält und wenn dieses eines Tages in sich zusammenfällt, bleibt der Balkon alleine in der Luft hängen. Mir gefällt es, wenn man die abgelaufene Zeit sehen kann. Meine Zeit hier auf der Insel ist abgelaufen. Morgen geht es in die flirrende Stadt, da wo Europa Asien Guten Morgen sagt oder umgekehrt. Noch ein letzter Blick vom Dach und es grüßt

Ihr hocherfreuter Lippstadt – Budnikowski

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Post aus Kibris / Im Frühtau zu Berge

Dienstag, 3. April 2012 16:36

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Ich war als einer der Ersten hier oben, am gestrigen Tage zumindest. Früher gab man sich hier die Klinke in die blutige oder abgehakte Hand und ich dachte, wer sein ganzes Leben mitten auf einer Kreuzung verbringen muß, hat es nicht leicht, aber leicht hat es ihn, das Schicksal am Wickel. Kantara heißt die Burgruine auf dem Berge Namenlos, hier kurz vor dem Ostende der Insel. Alle waren sie hier oben. Die ganz alten Griechen. Die alten Griechen. Die Diadochen. Richard Löwenherz. Venezianer. Osmanenheere. Die treuen Untertanen der Queen Victoria. Athen, Ankara und der Rest. Die Insel der Aphrodite liegt mitten auf einer Kreuzung. Handelswege. Schiffsrouten. Das heilige Land. Damaskus. Aleppo. Seide. Klingen. Gewürze. Protektorate. Das Tor zum Orient. Kreuzritterrasthof. Wenn Du ein Schiff sahst früher, von hier oben, hattest Du einen Tag Zeit Dich gefechtsbereit einzurichten. Und schön ist es auch noch hier oben, so schön, daß man eigentlich die ganze Rumprügelei vergessen könnte. Heute war es auch recht ruhig hier oben. Aber die Mauern bleiben dick. Und ich blicke den Rest des Tages in den Himmel und bald ist Ostern. Es grüßt auch heute herzlichst

Ihr hocherfreuter Kuno „Hasenherz“ von Lippstadt – Budnikowski

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Post aus Kibris / Einiges vom Meeresstrand

Montag, 2. April 2012 19:07

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Gestern tat ich das, weshalb ich hier bin: nichts! Ist natürlich Blödsinn und Reflex, so etwas niederzuschreiben. Diese absurde Sehnsucht, endlich mal nichts zu tun. Selbst wenn man irgendwann in der Kiste liegt, passiert noch etwas. Es wird verfault und zerfallen. Man kehrt zurück. Ist das nichts? Blödsinn ist das mit dem Nichtstun. Selbst wenn die legendäre Seele baumelt, baumelt diese. Also tat ich gestern das Wesentliche. Ich schaute lange und ausdauernd auf das Meer. Ich ließ mich vom warmen Mittagswind und anschließend vom kühlen Abendwind anpusten. Ich hörte, wie der Sand die entgegenrollenden Wellen aufsaugte. Ich hörte Fetzen fremder Sprache. Wolken ließen sich von der Erdkrümmung bemalen. Natürlich sang irgendwo ein Muezzin. Und wenn ich mich sehr konzentrierte, konnte ich mich sogar denken hören. Ich konnte hören, wie ich darüber nachdachte, ob man nichts denken kann. Das habe ich wohl von Ihnen gelernt. Sagen Sie jetzt nichts und seien Sie herzlichst bedacht vom abendlichen Strand auf Kibris

Ihr hocherfreuter Lippstadt – Budnikowski

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Hömma aus Kibris / Cim Bom Bom

Sonntag, 1. April 2012 5:40

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Also, ich sach mal so, hier iss Männerwelt. Und woe Männerwelt stattfinden tut, iss auch genetisch bedingt Pöhlerland. Die muselmanischen Herren der Schöpfung sind ja gerne unter ihre eigene Geschlechtsgenossigkeit. Und wennse so zusammensitzen tun bei Tee und Tratsch und Heimlichbier, dann iss selbst inne armseligste Hütte, die sich Sporclub nennen tut, die Kiste mit die Pöhlerei im Dauerbetrieb. Und dann bisse Fener oder Cim Bom Bom. Und dat iss Heiliger Krieg wie zwischen Lüdenscheid und dem Club, der die Schale bestenfalls mal berühren tun darf. Getz isset ja nich so, dat ich mich für eine generell ischenfreie Zone beie Pöhlereibetrachtung aussprechen tu, aber, ich sach mal, et hat was. Unter uns quasi, nä! Aber dann schauste auffe Kiste, die Kamera schwenkt inne Zuschauerränge und watt tusse dort sehen tun? Damen ohne Ende und mit und ohne textile Kopfbedeckung. Tja, so isset: die Geldkoffer hin und her schieben sowie dat eine oder andere Spielkes, aber auffe Ränge einen auf glückliche Familie machen. Wo kämse dann hin, wenn nur unser heilig Merkelmania verlogen wäre? Rauchen darfste auch nich inne Sporlokanta, nur inne freie Luft, aber wennse die Fenster offenstehen läßt, iss nach muselmanische Spitzfindigkeit drinnen wie draußen einet. Kannse wat lernen tun. Et grüßt schwatt – gelb in zarter Hoffnung

Ihren Lütten Stan

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Post aus Kibris / Im einstigen Akanthou

Samstag, 31. März 2012 13:08

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Manchmal tut man ein paar Schritte und reist in untergegangene Zeit. Ich war den Berg hinter Tatlisu hinaufgelaufen. Von unten vom Dach aus, konnte ich sie sehen, die kleine orthodoxe Kirche, am Waldrand da oben. Ich stieg den Berg hinauf, begegnete einem Schäfer, die Lämmer schnupperten an mir und mähten mich an und dann stand ich plötzlich in Akanthou. Bis Mitte der Siebziger Jahre hieß Tatlisu noch Akanthou. Das ist griechisch. Damals explodierte der Jahrzehnte lang schwelende Konflikt. Im Süden lynchten sie die Türken, im Norden marschierte Ankara ein, man vertrieb die Griechen, besetzte ihre Häuser und schändete ihre Kirchen und Friedhöfe. Auch wenn ich nicht Tag und Nacht fromme Blicke nach oben schicke, aber in einer geschändeten Kirche zu stehen: sehr seltsam. Ich mußte beten. Tatlisu heißt übersetzt: süßes Wasser. Doch manche Träne und die Zitronen auf Zypern aka Kibris bleiben immer noch – wie es einst Lawrence Durrell beschrieb – bitter, gelegentlich sogar sehr bitter. Ich stieg hinab und wieder sang der Muezzin. Fünfmal am Tag tut er dies, das Gebet echoet von den Bergen und ich hielt jedes Mal inne und dachte darüber nach, was ich gerade tat. Diesmal atmete ich schwerer als sonst. Weia die Welt! Bis morgen grüßt Sie

Ihr trotzdem hocherfreuter Lippstadt – Budnikowski

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Post aus Kibris / Ein Abend in Tatlisu

Freitag, 30. März 2012 18:37

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- Posta restante für den Bären, falls er dann erwacht -

Merhaba Mahler!

Dem Urlauber an sich liegt der Sonnenuntergang besonders am Herzen. Vielleicht weil er ihn in seiner Funktion als Zuhausewesen ansonsten selten registriert. Also saß ich auf dem Dach. Die Sonne machte sich nahe Kyrenia aka Girne aka Kyrenia und wieder zurück ins Meer. (Falls Sie die politischen Anspielungen nicht verstehen, davon mehr die nächsten Tage!) Vor meinem Auge und vor der mal wieder dramatisch untergehenden Sonne spannten sich Wäscheleinen. Sie spannten sich und taten so als seien sie die Linien eines Notenheftes inklusive Notenschlüssel. Nur anders herum. Nicht von links gen rechts weisend in Sachen zu verfolgender Melodie, sondern eben von rechts gen links. Dann war die Sonne weg und es ertönte der Gesang des Muezzin. Aber das ist schon wieder eine eigene Postkarte wert. Die Welt ist ja voller Lieder, die es noch zu singen gäbe. Tamam! Bis morgen grüßt Sie mit einem herzlichen “Esenkal”

Ihr hocherfreuter Lippstadt – Budnikowski

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